BET hat im Auftrag der BNetzA den NEP 2024 kritisch begleitet

23.11.2015


Evolution statt Revolution: Die Methoden der Netzplanung werden behutsam den Anforderungen der Energiewende nachgeführt

Pressemitteilung Nr. 3 / 2015

Der Schlüssel zu einem möglichst geringen Netzausbau liegt auch im gesteuerten Ausbau und Einsatz der Windenergie. Die aktuelle Studie von BET zeigt, dass eine geeignete Allokation und eine moderate Spitzenkappung von Windenergie das Stromnetz teilweise entlasten würde. Allerdings machen sie den Ausbau des Übertragungsnetzes bei Weitem nicht überflüssig. Daneben kommt die Studie zum Schluss, dass die Kosten des Redispatch in der Stützjahr-Betrachtung kein geeignetes Kriterium sind, um einzelne Netzausbaumaßnahmen hinsichtlich der langfristigen Erforderlichkeit zu bewerten. Das für die Bundesnetzagentur erstellte Gutachten unterstützt die Behörde bei der Prüfung des Netzentwicklungplans 2024.

Ein Schwerpunkt des im November 2015 erstellten Gutachtens ist die Marktsimulation für einen angepassten Szenariorahmen. BET untersuchte im Auftrag der Bundesnetzagentur (BNetzA), wie sich die politisch geforderte reduzierte Ausbauleistung von Windkraftanlagen auf See und die Spitzenkappung von Windkraftanlagen an Land auf das Stromnetz auswirken. Beide Maßnahmen wurden im Koalitionsvertrag und im Erneuerbare Energien Gesetz 2014 festgeschrieben. Als Hilfsmittel zur Beschreibung und Quantifizierung der veränderten Netzbelastung haben die BET-Experten einen sogenannten Überlastungsindex entwickelt. Dieser fungiert als eingängige Kenngröße für den Belastungszustand des Netzes, und das für einen beliebigen Betrachtungszeitraum – von einer einzelnen Stunde bis hin zum gesamten Planungsjahr. Damit können nicht nur die Auswirkung unterschiedlicher Marktsimulationen verglichen, sondern auch die Wirkung unterschiedlicher Netzausbaumaßnahmen im Netz eingeschätzt werden. „In einem gut geplanten Netz ist keine Maßnahme überflüssig. Der Überlastungsindex kann aber einen Hinweis geben, welche Maßnahme besonders zur Entlastung beiträgt und daher Priorität erhalten sollte.“ sagt Dr. Andreas Nolde, Senior Consultant und Netzexperte bei BET. Für die BET-Experten ein wichtiges Argument dafür, den Überlastungsindex in den Bestätigungsprozess der BNetzA als ergänzendes Element aufzunehmen.

Im Netzentwicklungsplan 2024 führten die Übertragungsnetzbetreiber erste Analysen zum Redispatch als Planungsinstrument durch. Es galt zu analysieren, ob ein solcher kurzfristig geänderter Kraftwerkseinsatz als zusätzliche Alternative eingesetzt werden könne, um Netzengpässe bereits in der Planung zu vermeiden. Die BET-Experten stehen dem allerdings kritisch gegenüber: „Redispatch ist ein Werkzeug der Betriebsführung, nicht der Planung. Wenn wir Redispatch bereits in der Planung berücksichtigen, verengen wir die Handlungsspielräume des ÜNB – auf Kosten der Versorgungssicherheit“, so Dominic Nailis, Teamleiter Systemanalysen.

Insgesamt haben die Analysen ergeben, dass die Spitzenkappung den Netzausbau etwas reduzieren kann, was sich auch im Bestätigungsergebnis der Bundesnetzagenur so widerspiegelt. „Allerdings wird dadurch lediglich Zeit gespart, denn der Ausbau der erneuerbaren wird nach 2024 weiter fortgeführt. Daher muss der Ausbau der Übertragungsnetze mit Nachdruck weiter verfolgt werden“, so das Fazit von Dr. Michael Ritzau, Geschäftsführer der BET.


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