Am Ende jedes Jahres kommentieren wir die Ereignisse in der Energiewirtschaft des auslaufenden Jahres und schauen ein wenig in die Glaskugel für das kommende. Hier finden Sie eine kleine Chronik unserer Jahresrück- und –ausblicke seit 2007.

 

Jahresrückblick 2015 und -ausblick 2016

Zentrale Weichenstellungen zum zukünftigen Marktdesign wurden entschieden

Auch in diesem Jahr war die Energiebranche durch die Energiewende und zahlreiche regulatorische und energiepolitische Novellierungen einem hohen Veränderungsdruck ausgesetzt. Beim Strommarktdesign sind die Weichen für eine Beibehaltung des Energy-Only-Marktes und eine Weiterentwicklung zum Strommarkt 2.0 gesetzt worden. Dieser Ansatz für das Strommarktdesign setzt darauf, Flexibilitätsoptionen anzureizen, welche zum Ausgleich der volatilen Einspeisung von Sonne und Wind unbedingt und zunehmend erforderlich sind. Ob die künftig unlimitiert zulässigen Strompreisspitzen tatsächlich Wirkung zeigen werden und kapitalintensive Investitionen anreizen werden, bleibt sorgfältig zu beobachten und nüchtern zu verfolgen. Jedenfalls werden die Anforderungen an das Beschaffungsmanagement und die Bilanzkreisverantwortung die Akteure vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Wenig überzeugend wirkt der Versuch der Bundesregierung, Klimaschutzziele, zukunftsweisendes Energiemarktdesign und Sozialverträglichkeit unter einen Hut zu bekommen. Es bleibt das Paradoxon der Energiewende, dass abgeschriebene Kohlekraftwerke noch am ehesten wirtschaftlich zu betreiben sind. Um die Klimabilanz dennoch einigermaßen in den Griff zu bekommen, hat sich die Bundesregierung etwas widerwillig entschlossen, die KWK-Förderung aufzustocken. Die Laufzeit und der Förderumfang sind stark begrenzt, so dass hieraus nur ein Strohfeuer, aber keine langfristige Perspektive für eine effiziente Fernwärmeversorgung mit KWK geschaffen wird.

Bei der Weiterentwicklung des EEG ist die Debatte in vollem Gange. Die ersten Pilotausschreibungen für PV-Freiflächen haben zwar günstige Preise hervorgebracht, ob dies aber nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Auch ist noch nicht abzusehen, ob der Gesetzgeber genügend Anreize setzen wird, um den Erhalt der Akteursvielfalt und eine ausgewogene regionale Verteilung von Wind und PV sicher zu stellen.

Wenig Fortschritte gibt es hingegen bei der dringend erforderlichen Novellierung des Umlagensystems und der Netzentgeltsystematik sowie der Klärung der zukünftigen Markrollen der Verteilnetzbetreiber. Dezentrale Geschäftsmodelle für Prosumer unterliegen somit einer hohen Planungsunsicherheit, weil sowohl der Bestand gegenwärtiger Regelungen zur Eigenstromerzeugung aber auch künftige Neuregelungen unsicher sind. Auch bleibt weiter im Unklaren, wie die zukünftige Marktschnittstelle und Rollenverteilung zwischen Netzbetreibern, Händlern, Erzeugern und Endkunden ausgestaltet werden soll. Der im Digitalisierungsgesetz vorgesehene Smart-Meter-Roll-Out nennt lediglich die Jahreszahlen für den Einbau intelligenter Messsysteme, schafft aber keine Klarheit über die Rollenverteilung und die Schnittstellen.

BET begleitet Leuchtturmprojekte für den Umbau des Energiesystems

Im Rahmen der Politikberatung hat BET auch 2015 in zahlreichen Gutachten und Expertisen mitgewirkt. Im Rahmen der Diskussion zum EEG-Ausschreibungsmodell haben wir u.a. im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg die Erforderlichkeit der Anpassung des Referenzertragsmodells für Windenergie an Land begründet, sowie weitere Vorschläge für den Erhalt der Akteursvielfalt und eine ausgewogene Verteilung/Allokation der erneuerbaren Energien konsistent zum Netzentwicklungsplan aufgezeigt. Eine gemeinsame Studie von BET und Trianel für das Umweltbundesamt zeigt sehr detailliert das Flexibilitätspotenzial von neun ausgewählten Industriebranchen auf.

Die in 2014 begonnene Begleitung der Bundesnetzagentur bei der methodischen Weiterentwicklung des Netzentwicklungsplans (NEMO IV) wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Kriterien zur Bestätigung von Maßnahmen mit Blick auf eine Weiterentwicklung wurden methodisch geprüft und die Einflüsse veränderter Marktszenarien auf den Netzausbaubedarf untersucht. Für das BMWi wurden zusammen mit Frontier economics Kosten und Nutzen einer Dynamisierung von Strompreisrelevanten Umlagen als Mittel zur Flexibilisierung der Nachfrage untersucht.

Der in der Stellungnahme zum Weißbuch geäußerten Kritik, dass bei den wichtigen Fragen der erneuerbaren Energien und des Netzentgeltsystems große Lücken zu erkennen sind, ließ BET mit der Entwicklung eines Alternativmodells zur Netzentgeltsystematik, das an das geänderte Marktdesign angepasst ist und dem starken Anwachsen der Flexibilitätsoptionen gerecht wird, Taten folgen. Das BET-Modell sieht differenzierte Netznutzungsprodukte vor, die einerseits finanzielle Anreize für eine effiziente Netznutzung setzen und andererseits eine Klärung der Rolle des Verteilnetzbetreibers im Zusammenwirken mit den anderen Marktteilnehmern bringt. So könnten Verbraucher, die sich beispielsweise auf ein netzdienliches Lastmanagement einlassen oder eine Abschaltbarkeit der flexiblen Teile ihres Bedarfs in Kauf nehmen würden, in den Genuss niedriger Netznutzungsgebühren kommen. Der Vorschlag ist konsistent mit ebenfalls notwendigen Anpassungen des Umlagensystems und würde erhebliche Fortschritte für zukunftsträchtige Geschäftsmodelle rund um die Nutzung und das Management der dringend benötigten Flexibilitäten bringen.

Die Diskussion um die Anpassung der Anreizregulierung hat sich im vergangenen Jahr völlig festgefahren. Die Positionen der Befürworter eines Kapitalkostenabgleichs stehen sich unversöhnlich den Anhängern einer weiteren Vermehrung der Anpassungsfaktoren in der derzeitigen Regulierungsformel gegenüber. Bundesländer und Bundesregierung vertreten in dieser Frage gegensätzliche Positionen. Derzeit ist nicht abzusehen, ob es überhaupt zu der dringend notwendigen Reform der Anreizregulierung kommt und wie diese aussehen wird

BET auch in 2015 wieder stark als Experte für Gutachten und komplexe Projekte gefragt

 Wie in den Vorjahren war BET als Gutachter bei nationalen und internationalen Schiedsverfahren im Zusammenhang mit langfristigen Strom- und Gasliefer- sowie Speicherverträgen tätig. Ein weiterer Schwerpunkt waren zahlreiche Projekte zur Wärmestrategie. So hat BET unter intensiver Partizipation der Akteure für die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie (BUE) im Rahmen eines umfangreichen Gutachtens Handlungsalternativen für den Ersatz des Heizkraftwerkes Wedel erarbeitet. Die Stadtwerke Kiel hat BET beim geplanten Bau eines Gasmotorenkraftwerks unterstützt. Weitere Themen in der Wärmeversorgung waren die Nutzung von Abwärmepotentialen, Optimierung der Einsatzweise von Biomasseanlagen und Contracting.

Das Thema Konzessionen ist trotz des weiterhin unklaren Rechtsrahmens von hoher Wichtigkeit für Unternehmen und Kommunen. Wir haben die Akteure in zahlreichen Verfahren rund um das Auslaufen von Konzessionsverträgen von der Strategiefindung über die Bewerbung um Konzessionen und der Aufstellung von Netzbetriebskonzepten bis zur Umsetzung einer Netzübernahme erfolgreich begleitet.

Ein wichtiges Betätigungsfeld der BET blieb im Jahr 2015 auch die strategische und operative Unterstützung unserer Kunden in allen Regulierungsfragen. Ein weiteres Thema, das vielen Netzgesellschaften in unserem Beratungsportfolio noch nicht so bekannt war, bei dem sie nun aber vermehrt auf BET-Know-how setzen, ist die Finanzierungsstrukturierung.

Sehr positiv aufgenommen werden von unseren Kunden auch unsere Ansätze des wertebasierten Asset Management nach der Philosophie ISO-Norm 55000. Die Netzgesellschaften erkennen zunehmend den Handlungsbedarf und den großen Optimierungshebel in der Kombination mit einem regulierungsoptimierten Steuerungsmodell.

BET hat auch im Jahr 2015 wieder einige große Unternehmenstransaktionen in den Bereichen integrierte Versorger, Großkraftwerke und Netzbetreiber begleitet. Vor dem Hintergrund der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen ist auch die Beratungsnachfrage in den Bereichen Strategieentwicklung und Innovation sowie den gleichzeitig anstehenden Herausforderungen aus dem demografischen Wandel stark angestiegen. Positiv entwickelt hat sich dementsprechend auch das Geschäftsfeld Organisationsentwicklung.

Die Marktposition der Schweizer Tochtergesellschaft hat sich in allen Geschäftsfeldern der BET weiter gefestigt und es konnten neue Kunden gewonnen werden. Mit dazu beigetragen haben zwei vielbeachtete Studien für das Bundesamt für Energie (BFE) zu Netzkosten und -tarife Gas bzw. zu Kosten und Nutzenaspekte von ausgewählten Technologien für ein Schweizer Smart Grid.

Produktive Unruhe für die BET-Geschäftsleitung

Im Mai erhielt die Geschäftsleitung der BET Verstärkung und wurde neu geordnet. Dr. Christof Niehörster, der seit 2011 den Geschäftsbereich Netzberatung führte, übernahm die Leitung des Geschäftsbereichs Marktberatung. Die Lücke, die er dort hinterließ, wurde nahtlos geschlossen vom BET-Neuzugang Dr. Olaf F. Unruh: Er wurde neuer Geschäftsbereichsleiter Netzberatung und Mitglied der Geschäftsleitung. Der Geschäftsbereich Managementberatung blieb unverändert unter der Leitung von Dr. Klaus Neuhäuser.

BET–Energieforum: Spannende Themen und hochkarätige Referenten

Bereits zum sechsten Mal hatte die BET am 24. September 2015 zum mittlerweile traditionellen Energieforum in die Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters St. Alfons in Aachen eingeladen. Zur Mitte der Legislaturperiode der 2013 gewählten Bundesregierung zogen vor rund 120 Gästen die eingeladenen Experten eine Zwischenbilanz zu energiepolitischen Entwicklungen sowie neuen Strategien und Geschäftsmodellen.

Jahresausblick 2016

Im anstehenden Jahr 2016 erwarten wir weitere Entscheidungen des Gesetzgebers zu den zukünftigen Rahmenbedingungen des Energiemarktes. Erhebliche Zweifel bestehen, ob alle wichtigen noch offenen Themenfelder von der Bundesregierung angegangen und entschieden werden oder ob vieles auf die nachfolgende Regierungsperiode vertagt wird.

Unabhängig davon müssen sich die Unternehmen darauf einstellen, dass der Prozess der Energiewende unaufhaltsam ist und neue Geschäftsfelder erschlossen werden müssen, um die Marktposition und die Unternehmensergebnisse zu erhalten bzw. wieder zu verbessern. Im Kern stehen hierbei die Veränderungen, die sich aus der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien ergeben. Die intensive und effiziente Nutzung von Flexibilitäten auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette und über die Medien hinweg wird zu einer wichtigen Säule des Unternehmenserfolgs. Energieversorger müssen sich zu Dienstleistern entwickeln, die Flexibilitätspotentiale Ihrer Kunden – Verbraucher, Einspeiser und Prosumer – steuern und die darin steckenden Wertschöpfungspotentiale nutzen. Es wird maßgeblich darauf ankommen, eine Vielzahl kleinteiliger Prozesse effizient zu organisieren. Die Unternehmen müssen hierfür ihr IKT-Know-How massiv ausbauen. Der Entwurf des Digitalisierungsgesetzes zielt in diese Richtung, lässt aber noch viele Fragen offen. Insbesondere sollte vor einem umfangreichen Smart-Meter-Roll-Out auch das Marktdesign im Verteilnetzbereich, d.h. die Netzentgeltsystematik, die Rollen und die notwendigen Interaktionen zwischen den Marktakteuren geklärt werden. Hier besteht noch erheblicher Diskussionsbedarf.

 Zunehmende Bedeutung wird auch weiterhin der Wärmebereich entfalten. Hier ist vor dem Hintergrund der Befristung der KWK-Förderung auf Anlagen, die vor dem 31.12.2022 in Betrieb gehen, Eile geboten.

Die Unternehmen werden das Thema Innovationsfähigkeit in Kombination mit der alternden Belegschaft verstärkt im Fokus haben müssen.

Außer Zweifel steht, dass bei aller Orientierung auf Innovation auch die Prozesseffizienz gesteigert und Optimierungspotentiale in allen Wertschöpfungsbereichen bestmöglich gehoben werden sollten. Es bleibt also weiterhin spannend. BET wird weiterhin die Rolle eines Vordenkers und Pioniers einnehmen und sowohl die Entwicklung der Rahmenbedingungen als auch die Strategiefindung und Umsetzung in den Unternehmen begleiten.

B E T – Energie. Weiter denken

Auch die BET entwickelt sich weiter. Zum Ende des Jahres 2015 unterziehen wir unseren Markenauftritt einer Generalüberholung. Unser neues Logo, unser neuer Claim und unser neues Gewand bedeuten aber nicht, dass wir zukünftig alles anders machen werden. Eher ganz im Gegenteil: Wir wollen das, was wir seit mehr als einem Vierteljahrhundert erfolgreich tun und das, was wir dabei an Erfahrungen gewonnen haben, noch prägnanter auf den Punkt bringen.

E-world energy & water 2016: Besuchen Sie uns – Sie sind herzlich eingeladen!

BET wird wieder mit Experten aus den drei Geschäftsbereichen Netz-, Management- und Marktberatung auf der Branchenleitmesse vertreten sein. Wir laden Sie hiermit herzlich zum Gedankenaustausch auf unseren Stand 544 in Halle 3 ein. Ein spezielles Diskussionsforum bietet die von BET im Rahmenprogramm der E-world organisierte Konferenz „Erzeugung im zukünftigen Strommarkt“ am 16. Februar 2016. 

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr erfolgreicher und engagierter Zusammenarbeit.

Ihr B E T – Team

Jahresrückblick 2014 und -ausblick 2015

Wohin geht die Reise?
Beim Blick durch die energiewirtschaftliche und –politische Brille unterscheidet sich das vergangene Jahr nicht so sehr vom Jahr 2013. Mit der 10-Punkte-Agenda zur Energiewende hat das BMWi einen anspruchsvollen Projektrahmenplan vorgelegt, um die Herausforderungen der Energiewende zu gestalten. In wesentlichen Punkten ist aber noch nicht abschließend erkennbar, wo, wann und in welchem Umfang wichtige Weichenstellungen erfolgen. Auch wenn in diesem Umfeld eine Orientierung schwerfällt, wagen wir wieder wie gewohnt auch einen Blick nach vorne. Auf alle Fälle wünschen wir viel Spaß beim Lesen.

2014: Marktdesign - Quo Vadis?
Die Diskussion um das zukünftige Strommarktdesign ist nach wie vor offen. Das im Oktober vorgestellte Grünbuch ist zunächst eine komprimierte Beschreibung wesentlicher Herausforderungen und Auswirkungen der Energiewende, insbesondere hinsichtlich der fundamentalen Transformation zu einem Stromsystem, das ganz überwiegend auf wetterabhängiger Erzeugung beruhen soll. Im kommenden Jahr wird es voraussichtlich eine Grundsatzentscheidung geben, ob die Versorgungssicherheit durch einen neuen Kapazitätsmarkt abgesichert wird, oder aber ob man auf den bisherigen rein marktbasierten Energy Only Markt setzt, der dann allerdings zukünftig unlimitierte Strompreise bei Knappheit zulassen muss. Völlig ungelöst ist eine Antwort auf das deutsche Energiewende-Paradoxon, dass Deutschland trotz Ausbau der Erneuerbaren Energien seine CO2-Ziele im Stromsektor voraussichtlich deutlich verfehlen wird: Nach Berechnungen der BET ist aktuell eine Zielverfehlung von mehr als 60 Mio t/a CO2 zu erwarten.
Eine weitere große Herausforderung wird das EEG-Ausschreibungsmodell werden. Hier sind noch viele Details zu schärfen, und man kann gespannt sein, ob es gelingen wird, die Akteursvielfalt zu erhalten. Vor diesem Hintergrund ist derzeit ein Boom an Investitionen in EEG-Anlagen zu beobachten, um noch unter den planbaren Bedingungen des EEG 2.0 zum Zuge zu kommen.

Auch der Gasmarkt steht wegen der niedrigen Strompreise und des konjunkturellen Nachfrageeinbruchs nachhaltig unter Druck. Die zusammengeschrumpften Margen sorgen für große Herausforderungen, die Gasbeschaffung weiter zu optimieren. Der Wettbewerb im Gasmarkt ist also in vollem Gange — dem steht allerdings eine große Macht der Gasproduzenten gegenüber, wie auch das Bundeskartellamt angesichts der Freigabe der Übernahme des Wintershall-Anteils an VNG durch EWE festgestellt hat.
Die unsicheren Rahmenbedingungen schlagen zunehmend auch auf die Kraft-Wärme-Kopplung und die Fernwärmeversorgung durch. Viele Fernwärmeversorger stehen vor der Entscheidung, ihre überalterten und CO2-lastigen kohlegefeuerten KWK-Anlagen durch Neubauten zu ersetzen, müssen jedoch zur Kenntnis nehmen, dass sich Neuanlagen — wenn überhaupt — nur sehr schlecht refinanzieren lassen. Hier droht eine schleichende Verabschiedung vom 25 %-Ausbauziel durch KWK.

Auch beim Netzausbau geht es nur langsam und im Zickzack voran. Der Rahmenplan mit den Ausbauzielen für Erneuerbare wurde zeitlich gestreckt, während der Netzentwicklungsplan für das Stromübertragungsnetz aber noch auf den alten Vorgaben beruht. Andererseits: Der leicht verzögerte Ausbau der Erneuerbaren Energien mag kurzfristig die eine oder andere Leitung exakt 2024 überflüssig erscheinen lassen, aber der EE-Ausbau ist dann noch lange nicht am Ziel, und daher wird man die Leitungen zwei oder drei Jahre später eben doch brauchen. Am Ende wird bestenfalls ein wenig Zeit beim Netzausbau gespart. Immer klarer wird, dass der Ausbau bis zur Aufnahme der letzten kWh aus Erneuerbaren Energien ineffizient ist, doch nach welchen Kriterien bemisst man einen optimalen Mix zwischen Netzausbau und Redispatch?

Das in den Transport- und Übertragungsnetzen funktionierende Instrument der Investitionsmaßnahme wurde auf die 110-kV-Netze ausgedehnt und stellt dort seither ausreichende Investitionsanreize sicher. Obwohl neben dem notwendigen Um- und Ausbau zur Integration der Erneuerbaren Energien mittlerweile ein zunehmender Substanzverzehr in den Stromverteilnetzen sichtbar wird, besteht nach den bisherigen Äußerungen der BNetzA im Rahmen der Evaluierung der Anreizregulierung nur ein geringer Handlungsbedarf, die Investitionsanreize auch für die Verteilnetze zu verbessern. Die BNetzA ignoriert damit den internationalen Trend, sowohl für Ersatz- als auch Um- und Ausbauinvestitionen eine schnellere Anpassung der Erlöse an die tatsächliche Netzentwicklung mit unbürokratischen Mitteln zielgenau sicher zu stellen.

Selbst zwei Leitentscheidungen des BGH zum Wechsel der Verteilnetzkonzessionen haben keine Rechtssicherheit in diesem Bereich geschaffen. Zwar hat der BGH die Leitlinien für die Vergabekriterien scheinbar präzisiert, tatsächlich sind diese Vorgaben jedoch immer noch so unscharf, dass in der Praxis viele Konzessionsvergaben rechtlich angegriffen werden. Das zweite BGH-Urteil hat den Anspruch des neuen Konzessionsnehmers auf gemischt genutzte Leitungen klargestellt, in der Praxis wird diese Vorgabe von einigen abgebenden Unternehmen aber ignoriert, so dass auch hier der Rechtsweg eingeschlagen werden muss.
Diese Rechtsunsicherheit stellt nach wie vor eine hohe Hürde für die vom Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehene Option zum Wechsel des Konzessionsnehmers dar, so dass hier eine gesetzliche Anpassung trotz höchstrichterlicher Entscheidungen dringend geboten ist. Trotz oder gerade wegen dieser unsicheren Rahmenbedingungen haben Städte wie Hamburg oder z.B. die hessischen Landkreise die bestehenden Netzbetreiber komplett gekauft.

BET-Studien und Beratungsprojekte: Leuchttürme
BET war in all diesen Bereichen wieder in der ersten Reihe aktiv. Unsere nahezu 80 Beraterinnen und Berater haben im ausklingenden Jahr ihre fachliche Expertise wieder für eine große Bandbreite an Kunden in einer Vielzahl von Studien, Gutachten und Beratungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energie- und Wasserwirtschaft eingebracht. Besonders erfreut sind wir darüber, dass immer mehr Kunden schätzen, wie wir exzellentes energietechnisches und energiewirtschaftliches Spezialwissen mit strategischem Know-how und modernen Managementmethoden kombinieren und unsere Projektteams interdisziplinär und geschäftsbereichsübergreifend besetzen, sodass für die Kunden eine enge Verzahnung von Beratungskompetenz garantiert ist.

Vorschläge von BET zum Marktdesign, die den Erhalt der Akteursvielfalt im Fokus haben, waren auf der Ebene der Landesregierungen stark gefragt. Gemeinsam mit Stromerzeugern und Großhändlern haben wir deren Vermarktungsstrategie sowie das Risiko- und Portfoliomanagement optimiert. Im Gasmarkt war BET in einige nationale und internationale Schiedsverfahren zur energiewirtschaftlichen Auslegung von langfristigen Gaslieferverträgen als Expertengutachter tätig. Im Rahmen der langfristigen Investitionsberatung hat BET für größere KWK-Ersatzinvestitionen Businesspläne, energiewirtschaftliche Gutachten und Geschäftsmodelle entwickelt. Derzeit beraten wir die BNetzA bei der Prüfung des Netzentwicklungsplans 2014;  hierbei haben wir Kriterien für einen optimierten Netzausbau entwickelt. Im Rahmen der Evaluierung der Anreizregulierung haben wir uns mit den Modellvarianten des Kapitalkostenabgleichs beschäftigt und diesen um Aspekte der Systemdienstleistungen ergänzt. Im Auftrag des UBA hat sich BET sehr intensiv mit Umsetzungsfragen des geplanten Ausschreibungsmodelles für PV-Freiflächenanlagen auseinandergesetzt, wobei deutlich wurde, dass für eine erfolgreiche Umsetzung bei gleichzeitigem Erhalt der Akteursvielfalt noch viele Punkte geklärt werden müssen, z. B. die wichtige Frage nach der Einführung eines Sekundärhandels.

Bei diversen großen und kleinen Fernwärmeversorgern war unsere Expertise gefragt, um Konzepte zu entwickeln, wie sie ihre Versorgungssysteme unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen zukunftsfest gestalten können.
Darüber hinaus hat BET in interdisziplinären Teams an einer Reihe von Strategieprojekten gearbeitet, u.a. an der Überprüfung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie der TIWAG - Tiroler Wasserkraft AG. Auch im Jahr 2014 stand die Begleitung größerer erfolgreicher Unternehmenstransaktionen wie das Hamburger Stromnetz und der Verkauf der Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen mbH (EVG) von E.ON SE und VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft an den Infrastrukturfonds EDIF von First State Investments im Beratungsprogramm der BET. Nach wie vor stehen viele Konzessionsvergaben an, bei denen wir die Akteure auch im letzten Jahr unterstützt haben — von der Bewerbung bzw. Ausschreibung bis hin zur Umsetzung. Auch strategische Investoren aus dem Stadtwerkeumfeld haben wir dabei begleitet, sich an Stadtwerkeneugründungen oder Onshore Wind-Projekten inhaltlich und finanziell zu beteiligen. Ebenfalls standen klassische Organisationsprojekte auf der Agenda, die für unsere Mandanten dazu beigetragen haben, sich in ihren Strukturen und Prozessen auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen. Dies waren sowohl klassische Restrukturierungsthemen als auch Projekte im Bereich des Change Management. Darüber hinaus wurden unter Begleitung von BET Konzepte zum Kundenbindungsmanagement und der Vertriebssteuerung entwickelt und umgesetzt.

Auch unsere Aktivitäten in den Nachbarländern Schweiz und Österreich konnten wir ausweiten. Im Erzeugungsbereich stehen die Akteure vielfach vor den gleichen Problemen wie in Deutschland. Der drastisch gefallene Wert der hochflexiblen Pump-Speicherkraftwerke veranlasste eine Reihe von Unternehmen, auf Basis unseres europäischen Strommarktmodells EUROMOD die mittel- und langfristigen Szenarien zu analysieren und ihre Strategien zu überdenken. In der Schweiz hinkt die die Marktöffnung und Regulierung der europäischen Entwicklung hinterher, so dass hier noch Grundsatzfragen geklärt werden müssen. Nach der Abstimmung zur Einwanderungsinitiative ist der Abschluss eines bilateralen Stromabkommens zwischen der Schweiz und der EU zur Zeit aus politischen Gründen blockiert. Eine weitere Voraussetzung für die stärkere Integration der Schweiz in den europäischen Strombinnenmarkt ist die vollständige Marktöffnung. Der Bundesrat hat im Oktober die Vernehmlassung über die — ursprünglich für 2014 geplante — vollständige Strommarktöffnung per 2018 gestartet. Eine Revision des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) ist zudem für 2019 geplant. Die Entwicklung möglicher Regulierungsszenarien und die damit verbundenen Anforderungen an die einzelnen Geschäftsbereiche der Energieversorgungsunternehmen bildete deshalb einen der Schwerpunkte unserer Beratung in der Schweiz. Auch im Gasmarkt wurden die Arbeiten zur Etablierung eines „Gasversorgungsgesetzes“ in Angriff genommen. Die zur Bewältigung der erwarteten Herausforderungen notwendigen Vorbereitungen dürften spätestens im nächsten Jahr gestartet werden.
Darüber hinaus haben wir mit zwei Studien für das Bundesamt für Energie (BFE) unsere Politikberatung in der Schweiz ausgebaut. In diesen komplexen Themen kommt die Vernetzung zwischen BET und der BET Dynamo Suisse voll zum Tragen.

BET–Energieforum: Spannende Themen und hochkarätige Referenten
Rund 150 Gäste waren am 25. September nach Aachen ins ehemalige Kloster St. Alfons gereist, um beim 5. BET-Energieforum wieder aktuelle Themen mit hochkarätigen Referenten und den Keynote Speakern Rainer Baake, Energie-Staatssekretär im BMWi, und Nordrhein-Westfalens Klimaschutz- und Umweltminister Johannes Remmel zu diskutieren. Neben den Fragen zur Weiterentwicklung des Marktdesigns für sowohl die Erneuerbaren Energien als auch konventionelle Kraftwerke wurde die künftige Rolle des Erdgases einmal stärker in den Fokus gerückt. Investoren in Erneuerbare als auch in konventionelle Kraftwerke lieferten Antworten auf die Frage, was in der Erzeugung zukünftig überhaupt noch wirtschaftlich geht. Die Chancen und Risiken neuer Geschäftsmodelle auf dem Weg zu einer smarten Energiewelt und die Herausforderungen einer weiteren Rekommunalisierung wurden ebenso beleuchtet wie die Frage, wie der Vertrieb die Herausforderung meistern kann, mit neuen Ideen Kunden zu halten und zu gewinnen.
„Uns stehen weiterhin spannende Zeiten bevor“, lautete das Fazit der beiden BET-Gründer und –Geschäftsführer Michael Ritzau und Wolfgang Zander nach mehr als acht Stunden Vorträgen und Diskussionen. „Es war aber gut zu hören, dass wichtige Themen wie ein möglicher Kapazitätsmarkt noch ergebnisoffen diskutiert werden. Für eine konsistente Energiewendepolitik ist eine fundierte Diskussion der Modelle und Weiterentwicklungen ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor.“ Auch die weitere Gestaltung des EEG-Ausschreibungsmodells werde noch eine große Herausforderung. „Dies wird mit Sicherheit ein Thema für das BET-Energieforum 2015“, blicken Michael Ritzau und Wolfgang Zander schon auf die 6. Ausgabe der erfolgreichen Veranstaltungsreihe voraus.

E-world energy & water 2015: Besuchen Sie uns – Sie sind herzlich eingeladen!
BET wird wieder mit Experten aus den drei Geschäftsbereichen Netz-, Management- und Marktberatung auf der Branchenleitmesse vertreten sein. Wir laden Sie hiermit herzlich zum Gedankenaustausch auf unseren Stand 544 in Halle 3 ein. Ein spezielles Diskussionsforum bietet die von BET im Rahmenprogramm der
E-world organisierte Konferenz „Erfolgsfaktoren für die Strom- und Wärmerzeugung der Zukunft“
am 10. Februar 2015.

2015: Verlässliche Kurssetzung erscheint unwahrscheinlich
Man muss kein Hellseher sein, um die wenig gewagte These zu treffen, dass auch im Jahr 2015 der energiepolitische Rahmen voraussichtlich noch nicht die gewünschten langfristigen Rahmenbedingungen aufzeigen wird. Genau das aber wäre am allermeisten wünschenswert. Sicherlich wird die Bundesregierung im Laufe des Jahres 2015 die Frage eines Kapazitätsmarktes intensiv diskutieren. Ob sie sich dabei eine einheitliche, klare und stabile Meinung bildet, ist aber fraglich. Die langfristige Neugestaltung des EEG wird angesichts der vielen offenen Fragen wohl kaum im nächsten Jahr geklärt werden. Auch hinsichtlich der Umgestaltung der Anreizregulierung ist noch keine eindeutige Richtung zu erkennen. Weder die Branchenverbände noch die Regulierungsbehörden des Bundes und der Länder vertreten hier derzeit eine einheitliche Meinung.
Vor diesem Hintergrund bleibt völlig offen, wie die Bundesregierung die selbstgesteckten CO2-Minderungs-ziele erreichen will. Eine naheliegende Option wäre es, zumindest für die KWK-Anlagen eine tragbare Übergangslösung zu schaffen. 

Den Unternehmen bleibt angesichts dieser Situation nur die Strategie, sich möglichst flexibel aufzustellen und auf verschiedene denkbare Entwicklungen einzustellen. Konkrete Entscheidungen für Neuinvestitionen im Erzeugungsbereich werden kurzfristig nur sehr eingeschränkt möglich sein. Auch bei den Investitionen in die Verteilnetze dürfte Zurückhaltung weiter angebracht sein. Unabhängig von der konkreten Entwicklung der Rahmenbedingungen sollte jedoch der Blick auf die Kundenbeziehung geschärft werden. Hier besteht langfristig die Notwendigkeit, die Kundenbindung zu festigen und weiterzuentwickeln. Daneben sollte sich der Blick auch nach innen richten: Der Kurs der Effizienzsteigerung und der Verbesserung der Unternehmenssteuerung in allen Bereichen der Wertschöpfung sollte fortgesetzt werden, auch um schnell auf die noch unbekannte Entwicklung der Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr erfolgreicher und engagierter Zusammenarbeit.

Ihr BET-Team

Jahresrückblick 2013 und -ausblick 2014

Zurückgeblickt: 2013 – Margendruck, Konsolidierung, Wettbewerbsintensitätund 25 Jahre BET

Das Jahr unseres 25-jährigen Firmenjubiläums war für viele Marktakteure eine große Herausforderung – weiter gesunkene Margen im Erzeugungsmarkt, Regulierungsdruck und Ausbaudarf bei den Netzbetreibern, steigende Wettbewerbsintensität im Vertrieb, gefühlter Stillstand bei den energiepolitischen Rahmenbedingungen im Vorfeld der Bundestagswahl. In unserem Jahresrückblick beleuchten wir, was uns und die Branche beschäftigt und bewegt hat. Den Blick in die Zukunft wagen wir wie gewohnt ebenfalls wieder. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Most Wanted: Zukunftsfähiges Marktdesign

Auch 2013 war die Diskussion beherrscht von der Suche nach dem richtigen Marktdesign, um das Jahrhundertprojekt Energiewende zu realisieren. Wie wirken sich steigende Stromeinspeisungen aus Erneuerbaren Energien auf den Kraftwerksmix und die Übertragungs- und Verteilnetze aus? Wie sollen sich Erzeuger aufstellen, um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können? Erzeuger, Händler, Lieferanten, Netzbetreiber und die Politik müssen ein neues Konzept und neue Regeln für eine sichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung finden. Eine Vielzahl von Modellen wurde betrachtet und miteinander verglichen. Dass grundlegende Änderungen in den Rahmenbedingungen vorgenommen werden müssen, ist allen Beteiligten klar, doch auch der jüngst erarbeitete Koalitionsvertrag lässt mehr Fragen offen als er beantwortet.

Vielbeachtet: BET-Studien und Beratungsprojekte

BET hat seine fachliche Expertise in einer Vielzahl von Studien, Gutachten und Beratungsprojekte eingebracht. Viel diskutiert wurde ein Vorschlag für ein integriertes Energiemarktdesign, das BET gemeinsam mit enervis im Auftrag des VKU erstellt hat. Der Vorschlag umfasst alle Wertschöpfungsebenen der Stromversorgung in einem sehr stark wettbewerbsorientierten Fokus. Für das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat BET gemeinsam mit IZES gGmbH und Prof. Dr. Peter Bofinger einen Vorschlag für die Weiterentwicklung des EEG erarbeitet, der den Fokus auf den Erhalt der Akteursvielfalt sowie die Weiterentwicklung der ARegV zur Gewährleistung des Ausbaus der Verteilnetze für die Energiewende richtet.

Breite Beachtung fanden auch weitere BET-Studien: So wurden die Möglichkeiten der Flexibilitätsoptionen für den BEE mit dem Ergebnis untersucht, dass sich über die Zeitschjene bis 2050 ein unterschiedlicher Bedarf an Flexibilitätsoptionen ergibt. Für das UBA wurden die Potenziale von regelbaren Lasten über eine strukturierte Befragung der industriellen Verbrauchern analysiert, die leider nicht so hoch sind, wie oft unterstellt. Für die Agora Energiewende wurde ein Vorschlag zur transparenteren und sachgerechteren Gestaltung des Planungsprozesses für das deutsche Übertragungsnetz erarbeitet, der bei den Übertragungsnetzbetreibern und der Bundesnetzagentur intensiv diskutiert wurde.
Die im Juni präsentierte BET- Studie „Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050“ für das Umweltministerium NRW zeigt auf, dass das Ruhrgebiet ein enormes Potenzial industrieller Abwärmenutzung und Kraft-Wärme-Kopplung hat und zum größten Fernwärmeverbund der EU werden kann.

Die Herausforderungen im Markt spiegeln sich auch in den Themen der Beratungsprojekte. Insbesondere zu nennen sind die Entwicklung von langfristig erfolgreichen Erzeugungsstrategien für Strom und Wärme, die Professionalisierung der Erzeugungsvermarktung inkl. der Nutzung der Nutzung des Intraday-Marktes und der Optimierung der Wärmevermarktung. Im Bereich der Erneuerbaren Erzeugung lag der Fokus auf der Bewertung von Windparks und Solaranlagen in technischer und/oder wirtschaftlicher Hinsicht, der Beurteilung der Netzanbindung von Offshore-Anlagen inkl. der Begleitung von Bau und Inbetriebnahme sowie der Analyse des Potentials der Eigenerzeugung insbesondere für industrielle Verbraucher.Im Netzbereich beschäftigen sich die Unternehmen weiter mit der der Optimierung ihrer Geschäftstätigkeit, wobei der Schwerpunkt sich vom Fokus auf kurzfristigen regulatorischem Druck in Richtung längerfristig wirkender Verbesserung verlagert. Wir haben dafür unsere interdisziplinären Beratungsaktivitäten rund um organisatorische, kaufmännische und technische Unterstützungsleistungen ausgebaut,, so auch speziell bei Aufgaben des Asset Managements wie der Zielnetzplanung unter Berücksichtigung der Integration erneuerbarer Energien. Die im Rahmen der VKU-Studie von BET erarbeitete Methodik zur Ermittlung des Aus- und Umbaubedarfs in den Stromverteilnetzen wurde von unserer Kundschaft mit großem Interesse aufgenommen.

Viele Kommunen befassen sich intensiv mit der Gestaltung der Energieversorgung in ihrem Gebiet. Nach wie vor ist hierbei die Erfahrung und Beratung rund um das Auslaufen von Konzessionsverträgen von der Strategiefindung bis zur Umsetzung bei Kommunen und Netzbetreibern sehr gefragt. Auch wenn immer noch viele Rechtsfragen offen sind konnten doch zahlreiche Netzübernahmen und Konzessionsvergaben von BET erfolgreich begleitet werden. Unabhängig von den Konzessionsverträgen stehen viele Kommunen vor der Aufgabe, ihre Beteiligungen an bestehenden Energieversorgungsunternehmen neu zu gestalten. BET hat im vergangenen Jahr u.A. die Stadt Dortmund bei der strategischen Ausrichtung und Neustrukturierung ihrer Stadtwerke intensiv beraten. Die durch die Energiewende grundlegend veränderten Rahmenbedingungen machen ein Überdenken der strategischen Ausrichtung der Unternehmen und der Geschäftsmodelle notwendig.

Auch im Jahr 2013 stand die Begleitung größerer Unternehmenstransaktionen wie der Verkauf der E.ON-Tochter Ferngas Nordbayern an First State Investments im Beratungsprogramm der BET. Wir gehen davon aus, dass im nächsten Jahr die Zahl der Transaktionen wieder zunehmen wird.


Zu guter Letzt möchten wir noch die Studie „Arbeitgeberattraktivität 2020“ erwähnen, die von BET in Eigenregie durchgeführt hat. Über 1.000 Entscheider in deutschen Stadtwerken wurden von BET befragt zum Thema „Personalmanagement im Wettbewerb – Wie begegnen Energieversorgungsunternehmen dem Veränderungsdruck?“. Im Ergebnis zeigt die Studie,  in welchen Bereichen Handlungsbedarf in Energieversorgungsunternehmen besteht und wie diesem begegnet werden kann.

Gefeiert: BET–Jubiläum mit Energieforum und Spätsommerfest

Am 20. September haben wir in unserem Hauptsitz in Aachen, dem ehemaligen Kloster St. Alfons, unser 25. Firmenjubiläum mit dem jährlichen BET-Energieforum und einem Spätsommerfest gefeiert. Zwei Tage vor der Bundestagswahl wurde das zum 4. Mal ausgerichtete Energieforum passend zum marktbeherrschenden Thema des Jahres unter dem Titel  „Aufbruch zu einem neuen Energiemarktdesign“ veranstaltet, zu dem BET renommierte Experten aus der Energiewirtschaft als Vortragende und Diskussionspartner eingeladen hatte. Vor rund 200 Gästen kamen konzentriert die Fragen zum kommenden Marktdesign, EEG 2.0, Ausbau der Verteilnetze und Anforderungen der Energiewende zur Sprache. Es hat auch  eindrucksvoll gezeigt, dass es viele positive Ansätze für die Umsetzung der Energiewende in kleinen und großen Unternehmen, von der Erzeugung bis zum Vertrieb, gibt. „Es kommt jetzt darauf an, das Marktdesign nicht nur zu diskutieren, sondern weiter zu entwickeln!“ appellierten die BET-Geschäftsführer Dr. Michael Ritzau und Dr. Wolfgang Zander in Richtung Berlin, endlich die politischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Energiewende zu schaffen.
Der Termin für das nächste Energieforum steht übrigens bereits fest: 25. September 2014. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich diesen Termin schon jetzt in Ihrem Kalender vormerken.

Nach nahezu 9-stündigem Forum war glücklicherweise auch noch ausreichend Energie vorhanden, unser rundes Jubiläum kräftig zu feiern. Über 300 Kunden haben die 25 Jahre BET gemeinsam mit uns beim abendlichen Spätsommerfest gefeiert. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei allen, die unserer Einladung gefolgt sind sowie für die vielen Glückwünsche und persönlichen Geschenke.

Nachgehakt: Unsere Kunden haben uns die Meinung gesagt

Unser rundes Jubiläum haben wir ebenfalls zum Anlass genommen, unseren Kunden zu zeigen, dass wir auf das bisher gemeinsam Erreichte sehr stolz sind, und zu betonen, dass wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen wollen, sondern weiterhin mit Leidenschaft und Energie die Zukunft  unseres Unternehmens, der Energie- und Wasserwirtschaft und natürlich unserer Kunden erfolgreich gestalten wollen. Deshalb haben wir unsere Kunden eingeladen, uns in einer Befragung die Meinung zu sagen. Sehr viele Kunden sind unserer Einladung gefolgt und haben sich die Zeit genommen, den recht umfangreichen Fragebogen auszufüllen. Dafür bedanken  wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wir freuen uns sehr über die vielen positiven Bewertungen, die uns darin bestätigen, dass was wir machen und wie wir es machen von unseren Kunden sehr geschätzt wird. Wir freuen uns aber auch über die zahlreichen konstruktiven Kritiken; sie geben uns verlässliche und sehr hilfreiche Orientierungspunkte, was wir in der Zusammenarbeit wie verbessern können.

Auf Kurs gebracht: Deutsch - Schweizerische Allianz funktioniert und wächst.

Die im Sommer 2012 vollzogene Fusion der BET Schweiz AG mit der Dynamo Energie S.A.R.L.  zum  100-prozentigen BET-Tochterunternehmen BET Dynamo Suisse AG (BDS) an den Standorten Zofingen und Puidoux trägt Früchte. In den anderthalb Jahren Geschäftstätigkeit haben wir es geschafft, das Beratungsspektrum und unseren Marktauftritt in der Schweiz weiter aus zu bauen. Spürbar ist der zunehmende Druck auf die Schweizerischen Versorgungsunternehmen durch die sich deutlich abzeichnende vollständige Marktöffnung mit zeitgleichem Ausbau der erneuerbaren Energien. Themen wie Unbundling, Netzwirtschaft, Wettbewerb im Massenkundensegment sowie der Aus- und Umbau der Netze beschäftigen die Unternehmen. BET wird u.a. den VSE – das schweizerische Gegenstück zum BDEW -  bei der Vorbereitung seiner Mitglieder auf die vollständige Marktöffnung unterstützen.

Aufgestockt: Das BET-Team wächst

So wie die Vielfalt der Aufgaben, die an uns herangetragen werden, wächst auch die Anzahl unserer Experten. Wir freuen uns sehr, dass es uns im abgelaufenen Jahr gelungen ist, die in 2012 begonnene Weiterentwicklung der BET-Organisation durch weitere engagierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl in der Beratung als auch im internen Service erfolgreich umzusetzen. Seit 2013 neu sind: Stefan Brühl – Team Dezentrale Energiesysteme, Jörg Georg – Team Unternehmensstrategie, Steffen Hetzel – Team Netzbewertung/Netzplanung, Andreas Höwedes – Team Energiemärkte/Vertrieb/PFM, Michael Jäschke – Team Unternehmenssteuerung, Hartwig Kalhöfer Teamleiter Unternehmensstrategie, Michael Seidel – Teamleiter Kaufmännische Netzsteuerung, Britta Spindler – Team Regulierung und Dominik Volkert – BET Dynamo Suisse AG. , Neu im Team Interner Service sind Tanja Hildebrandt - Leiterin Finanzen/Controlling, Hans-Peter Lipka - Leiter Marketing, Martine Kremer - Geschäftsführungsassistentin Michael Ritzau und Bianca Peters – Team Finanzen/Controlling.

Gestiftet: BET und Partner gründen Studiengang

Die Fachhochschule Aachen hat gemeinsam mit BET und weiteren sechs regionalen Mittelstandsunternehmen einen neuen Studiengang ins Leben gerufen: Seit dem Wintersemester 2013/2014 gibt es in Aachen den neuen Masterstudiengang Energiewirtschafts-Informatik, der Kenntnisse aus der Energiewirtschaft und der Informatik vereint. Er deckt damit den Bedarf vieler Unternehmen an Fachleuten, die beispielsweise die Automatisierung der Prozesse oder die Softwaresteuerung intelligenter Netze entwickeln. Vorgesehen sind auch gemeinsame Forschungsprojekte zwischen der Fachhochschule und den Stiftungsunternehmen.

Eingeladen: Besuchen Sie uns auf der E-world energy & water 2014!

Der Umbau des Energiesystems und seine Finanzierung wird auch ein wichtiges Thema der E-world energy & water 2014 sein. Wir laden Sie hiermit herzlich zum Gedankenaustausch auf unseren Stand 544 in Halle 3 ein. Ein spezielles Diskussionsforum bietet die von BET organisierte E-world-Konferenz „Erzeugungsmanagement: Wie meistert die Erzeugung die Herausforderung der Energiewende“ am 11. Februar.2014.

Vorausgeschaut: 2014 bleibt spannend!

Die alten Themen bleiben uns auch in 2014 erhalten. Gespannt schauen wir auf die Umsetzung der Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen in Berlin in praktisches Handeln. Erste Einschätzungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch mit sehr großer Vorsicht vorzunehmen. Am Ziel, dass die erneuerbaren Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung das künftige Leitsystem werden, hält die Koalitionsvereinbarung unmissverständlich fest. Positiv fällt auf, dass durchaus eine Reihe von Themen, die auch BET adressiert hat, in der Koalitionsvereinbarung aufgegriffen wurden. Exemplarisch seien hier genannt: Ausbaukorridore für die erneuerbaren Energien zur besseren Verzahnung mit dem Netzausbau, Direktvermarktung von EEG-Anlagen, schrittweise Prüfung von Ausschreibungsmodellen, Vermeidung der Entsolidarisierung bei Netzentgelten und EEG-Umlage, verbesserte Rahmenbedingungen für den Ausbau der Verteilnetze. Die Abkehr vom Grünstromprivileg bedeutet aber auch das Aus für einige Geschäftsmodelle von z. B. die Grünstrom-Direktvermarktung. Gegenüber dem Szenariorahmen des Netzentwicklungsplanes wurde das Ausbautempo für die EE-Anlagen insgesamt und für einige Bereiche sehr stark (Offshore-Wind) gedrosselt. Mit der angekündigten Überarbeitung des Referenzertragsmodelles sind Chancen, aber auch Risiken verbunden, die stark an der konkreten Ausgestaltung hängen (z. B. die Wirtschaftlichkeit von Schwachwindanlagen in Süddeutschland). Und ein zentrales Thema bleibt sehr vage: der dringend erforderliche Kapazitätsmechanismus zur langfristigen Steuerung der Erzeugungssicherheit und der Refinanzierung der flexiblen Kraftwerks-, Speicher und Lastmanagementoptionen als Back-Up für die fluktuierenden Erneuerbaren Energien. Die notwendige Anpassung des Regulierungsrahmens für die Verteilnetze ist, obwohl hier seitens der Bundesländer mit dem Vorschlag zur Investitionskostendifferenz (IKD) ein konkreter unbürokratischer und sachlich tauglicher Lösungsvorschlag vorliegt, ebenfalls von den Koalitionspartnern offengelassen worden.

Wie sich insbesondere der rechtliche Rahmen auch immer entwickeln wird: sowohl für die kommunalen Anteilseigner als auch die EVU und Stadtwerke selbst wird es darauf angekommen, sich in der strategischen Ausrichtung diesen Rahmenbedingungen zu stellen und die Unternehmen für die Zukunft fit zu machen. Dabei wird es bei den Strategieprojekten vor allem darum gehen, auch innovative und gleichzeitig nachhaltige Wege zu beschreiten. Und nach wie vor sind methodische Vorgehensweisen professionalisieren, interne Abläufe zu straffen und externe Aktivitäten zu fokussieren, um dem stärker werdenden Kosten- und Margendruck zu begegnen.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr erfolgreicher und engagierter Zusammenarbeit.

Ihr BET-Team 

Jahresrückblick 2012 und -ausblick 2013

Die Energiewende war auch 2012 das bestimmende Thema der Energiewirtschaft.
Der Ausbau der Erneuerbaren ist weiterhin durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet, insbesondere bei Onshore-Windenergieanlagen sowie bei der Photovoltaik. Die absehbare, daraus resultierende deutliche Erhöhung der EEG-Umlage zeigt nun aber auch die soziale Dimension dieses Projektes auf. Verschärft wird diese Entwicklung durch den Umstand, dass viele Industrieunternehmen von vielfältigen Ausnahmeregelungen zur Vermeidung der EEG-Umlage Gebrauch machen.

Der Ausbau der EE-Anlagen führt zu Vermeidung von CO2-Emissionen, sinkenden CO2-Preisen, und zur Verdrängung alter fossiler Kraftwerke mit hohen Grenzkosten. Dies hat tendenziell sinkende Strompreise am Großhandelsmarkt zur Folge. Das wiederum führt zu Margenverlusten bei den konventionellen Kraftwerken. Diese werden aber wiederum als steuerbare, flexible Erzeugungseinheiten benötigt, um den Bedarf bei geringer Stromerzeugung aus den EEG-Anlagen sicher zu stellen. Obwohl deutschland- und EU-weit (noch) genügend Kapazitätsreserven verfügbar sind, fehlen diese auf Grund von Netzengpässen in Süddeutschland.

BET arbeitet an Weiterentwicklung des Marktdesigns.
Im Gasmarkt hat sich der Gaspreis nachhaltig von den alten, ölpreisindizierten Preisen nach unten entkoppelt. Gleichwohl reicht der clean spark spread nicht aus, um bestehende und erst recht nicht neue, flexible Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben.

Die Antwort der Bundesregierung besteht derzeit in einer weiteren Regulierung, wie z. B. einem Stilllegungsverbot systemrelevanter Kraftwerke. Führt die Energiewende zwangsläufig zu einer neuen Re-Regulierung? Unbestritten erscheint inzwischen, dass eine Weiterentwicklung des Marktdesigns unumgänglich ist. BET hatte schon früh in diese Debatte mit dem bne-Gutachten in 2011 eingegriffen. Auch in 2012 arbeiteten die Experten der BET in verschiedenen Forschungsprojekten, für Ministerien und Behörden, und weitere Interessengruppen an einem zukunftsfähigen Energiemarktdesign. Wir entwickeln derzeit das bestehende Strommarktmodell weiter, um die Restriktionen der Übertragungs- und Verteilnetze in einem Gesamtmarktmodell berücksichtigen zu können. Vor diesem Hintergrund werden wir uns auch im Jahr 2013 intensiv an der Diskussion um eine neues Marktdesign inkl. der notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen für den Erzeugungs- und Netzbereich beteiligen.

Die Herausforderung besteht darin, energiepolitische Vorgaben mit dem Innovationspotenzial wettbewerblich organisierter Energiemärkte und die unvermeidlichen Restriktionen in den Transport- und Verteilnetzen zu einem stimmigen Gesamtkonzept so zu verbinden, dass die immer sichtbarer werdenden Marktverzerrungen und Ineffizienzen möglichst vermieden werden, ohne die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien zu gefährden. Dabei müssen ergänzend der EU-Binnenmarkt einerseits und nationale Interessen nach ausreichender Versorgungszuverlässigkeit andererseits in Einklang gebracht werden.

Regulierung - Beseitigung der Investitionshemmnisse auch für die Verteilnetze
Der Gesetzgeber hat die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Transportnetze angepasst. Stichworte dafür sind Abschaffung des t-2-Verzuges und Abfederung des Ausfallrisikos der Offshore-Anbindungen. Weiter strittig ist noch die Anpassung des Regulierungsrahmens zur Beseitigung der Investitionshemmnisse im Verteilnetz. Der unbürokratische und pragmatische Vorschlag der Bundesländer zur jährlichen Anpassung der Kapitalkosten wird von der Bundesnetzagentur mit einer nicht nachvollziehbaren Begründung weiterhin abgelehnt. Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden, damit auch die Verteilnetze ihre künftig erweiterten Aufgaben im Rahmen der Energiewende wahrnehmen können.

Dies wird umso deutlicher wenn man auf die operativen Schwierigkeiten schaut, die Netzbetreiber gerade in diesem Jahr bei der Kostenprüfung Strom bzw. den Anhörungsverfahren Gas erleben mussten. Mit sehr hohem Aufwand werden/wurden Randbedingungen für die zukünftigen Erlöse der Netzbetreiber geschaffen, die wie schon angedeutet regulierungsseitig häufig nicht an den tatsächlichen Notwendigkeiten der Energiewende und langfristigen Effektivität und Effizienz im Netzbetrieb orientiert sind. Wir haben uns hierbei gemeinsam stark engagiert, um trotz pauschalem politischem Auftrag zur Netzentgeltabsenkung tragfähige Erlöse für die nächste Regulierungsperiode zu erreichen.

Die Herausforderungen der Energiewende und schlicht der Erfüllung der bestehenden Versorgungsaufgabe an die Verteilnetzbetreiber mit allen organisatorischen Anforderungen, also nicht nur Regulierungsmanagement, sondern vor allem Instandhaltung, Investition und Steuerung der Netze, gestützt durch optimiertes Assetmanagement werden Sie und uns im kommenden Jahr weiter bzw. noch stärker beanspruchen.

Verteilnetzkonzessionen – viele Rechtsfragen ungeklärt
Der Wettbewerb um die Verteilnetzkonzessionen hat sich ebenso fortgesetzt. Leider sind noch sehr viele Rechtsfragen ungeklärt, vor allem um die Themen Vergabe der Konzessionen, angemessener Netzkaufpreis und Umfang des örtlichen Verteilnetzes, das vom abgebenden Netzbetreiber zu übertragen ist. Es verwundert daher nicht, dass viele Netzübernahmen strittig sind und häufig in juristischen Auseinandersetzungen enden. Die Klärung der Streitpunkte über die Rechtsprechung verläuft sehr schleppend, daher ist hier der Gesetzgeber gefordert, zügig mehr Klarheit für die Akteure zu schaffen.

Deutsche Kommunen sehr aktiv
Die deutschen Kommunen haben sich weiterhin zunehmend in der Energieversorgung engagiert. Zahlreiche Kommunen kaufen Anteile an Stadtwerken bzw. Regionalversorgern zurück oder gründen neue Versorgungsunternehmen im Zuge der Neuvergabe von Netzkonzessionen. Das verstärkte Engagement betrifft aber auch den Bereich Erneuerbarer Energien, wo die Kommunen Bürgerbeteiligungsprojekte mit initiieren, um die Energiewende vor Ort voran zu bringen.
Ungebrochen hoch war die Intensität von Transaktionen. E.ON hat unter Anderem ihre Gastransportnetzgesellschaft OGE an ein Konsortium um den australischen Finanzinvestor Macquarie verkauft. Weitere Tochtergesellschaften der großen ehemaligen Verbundunternehmen stehen zum Verkauf an.

BET mit erfolgreichen Umstrukturierungen
Eine große Veränderung hat sich für die BET in der Schweiz ergeben: Das BET-Tochterunternehmen BET Schweiz AG und die langjährig im schweizerischen Markt beratend tätige Dynamo Energie Sàrl haben sich seit dem 1. Juli 2012 zusammengeschlossen. Die daraus entstandene BET Dynamo Suisse AG hat 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Zug, Zofingen und Puidoux. Die Geschäftsleitung besteht aus Herbert Holik, Daniel Ramsauer und Beat Grossmann. Wir freuen uns, nun die schweizer Energieunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungsstufe bei der weiteren Liberalisierung zu unterstützen.

Erfolgreich umgesetzt wurde die Ende 2011 vorgestellte Umstrukturierung der BET in die drei Geschäftsbereiche Netz, Management und Markt. Im Managementbereich haben wir neben einer Reihe von Strategie-, Transaktions- und Organisationsthemen wichtige Projekte wie die Beratung zum Verkauf der E.ON-Gasnetztochter Open Grid Europe sowie die Fusion der Technischen Werke Friedrichshafen und der Stadtwerke Überlingen zum „Stadtwerk am See“ abgeschlossen.

Wir freuen uns auf Sie bei der E-world energy & water 2013
Der Umbau des Energiesystems und seine Finanzierung wird auch ein wichtiges Thema der E-world energy & water 2013 sein. Wir freuen uns darauf, Sie in diesem Rahmen zum Gedankenaustausch zu treffen. Ein spezielles Diskussionsforum bietet dabei die von BET organisierte E-world-Konferenz „Energiewende konkret: Die Gesamtaufgabe der Energiewende und sinnvolle Schritte zur Lösung“ am 5.Februar.2013.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr erfolgreicher und engagierter Zusammenarbeit.

Ihr BET-Team

Jahresrückblick 2011 und -ausblick 2012

Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg 

Die tragische Reaktorkatastrophe von Fukushima löste 2011 eine massive Änderung der energiepolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa aus. Die deutsche Bundesregierung hat ein sehr ehrgeiziges Energiekonzept beschlossen: Die regenerativen Energien sollen bis 2050 das Energiesystem dominieren. Viele Beobachter verfolgen sehr aufmerksam, ob diese grundlegende Transformation in Deutschland gelingen wird. Eine derartig gravierende Umstellung wirft viele Fragen auf:

  • Wie kann ein Energiesystem mit einem hohen Anteil fluktuierender Energiequellen sicher funktionieren?
  • Welche Speichertechnologien sind erforderlich und sinnvoll?
  • Wie sieht das Marktdesign eines solchen Systems aus?'
  • Wie soll es finanziert werden?


Die Energiewende betrifft in erster Linie den Erzeugungsbereich. Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert nicht nur eine technologische Weiterentwicklung der Erzeugungsanlagen, sondern auch ein neues Marktdesign. Die erneuerbaren Energien müssen zunehmend in den Energiemarkt integriert werden und Systemverantwortung tragen. Gleichzeitig wird die Auslastung konventioneller thermischer Kraftwerke erheblich sinken und der Bedarf an hochflexiblen Back-Up-Kapazitäten steigen. Noch weitgehend ungelöst ist die Frage, ob und wie sowohl Stromüberschüsse aus Wind/PV als auch Windflauten über mehrere Tage oder Wochen durch entsprechend dimensionierte Speicher ausgeglichen werden können. Ergänzend hierzu muss auch die Nachfrage viel stärker flexibilisiert werden. Für diese verschiedenen Möglichkeiten von Kapazitätsangeboten werden ausreichende wirtschaftliche Anreize benötigt. Die Einführung eines Kapazitätsmarktes wäre eine denkbare Lösung, die aber noch eine Reihe ungelöster Fragen aufwirft.

Der notwendige Ausbau der Transportnetze ist mittlerweile Allgemeingut; zunehmend wird aber der Öffentlichkeit ebenso bewusst, dass auch die Verteilnetze massiv um- und ausgebaut werden müssen. Dabei sind neuartige Technologien wie z. B. Gleichstromübertragungsstrecken oder intelligente Netze erforderlich, die sich in der Praxis noch bewähren müssen. BET hat sich an den Diskussionen zum Umbau des Energiesystems intensiv mit eigenen Vorschlägen zum Marktdesign und zum Netzausbau beteiligt. Diese Diskussionen werden wir auch im Jahr 2012 fortführen.


Die Energiewende ruft neue Akteure auf den Plan. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stellt sich insgesamt die Frage der Finanzierbarkeit. Es verwundert nicht, dass sich nationale und internationale Finanzinvestoren zunehmend  für den Energiebereich interessieren. Dieser Trend wird sich auch vor dem Hintergrund fortsetzen, dass die vier großen deutschen Energieunternehmen vor gewaltigen Desinvestitionsprogrammen stehen.

Auch die Kommunen sehen sich wieder stärker in der Verantwortung für eine lokale Umsetzung der Energiewende. Wir gehen davon aus, dass die Rekommunalisierung auch im Jahr 2012 ein wichtiges Thema bleibt. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Erzeugungsanlagen und die Netzausbauten vor Ort von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden. Die Energieversorger müssen daher ihre lokale Verbundenheit deutlich stärken. Kommende Aufgaben sind: Investitionen in erneuerbare Energien initiieren, das Know-how für die Projektentwicklung und den Betrieb organisieren, die Standorte erschließen und die Finanzierungen sicherstellen. Immer wichtiger wird daher, die Menschen vor Ort auch in Form finanzieller Beteiligungen einzubeziehen. Das Engagement für erneuerbare Energien bietet außerdem für den Vertrieb die Chance, sich als hochwertiger Anbieter von der gesichtslosen Massenware im Internet abzuheben. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen müssen die Energieversorger die bestehenden Kooperationen vertiefen und ausbauen.

Der Umbau des Energiesystems fordert von allen Akteuren eine umfassende strategische Neuausrichtung. Auch wir haben uns im Jahr 2011 eine neue Struktur gegeben. Die BET ist jetzt in drei Geschäftsbereiche gegliedert: Der Geschäftsbereich Netzberatung bündelt alle Aktivitäten um die Netze, deren technische Gestaltung, deren kaufmännische Steuerung und Bewertung, die Regulierung, das Asset Management und die Organisation des Netzbetriebs. Der Geschäftsbereich Managementberatung fokussiert sich auf die Entwicklung der Unternehmensstrategien, die bereichsübergreifende Unternehmenssteuerung und die Organisations-/Personalentwicklung unserer Kunden. Der Geschäftsbereich Marktberatung umfasst die Investitionsberatung und Projektentwicklung für zentrale und dezentrale Erzeugungs- und Speicheranlagen, modellgestützte Analysen der Strom- und Gasmärkte inkl. Netzengpassanalysen sowie den Aufbau von Portfolio- und Risikomanagement für Handel und Vertrieb und die hierfür benötigten Marktmodelle.

BET bietet damit nicht nur eine umfassende fachliche Beratung zu allen Wertschöpfungsstufen der Energie- und Wasserversorgung, sondern unterstützt Sie auch bei klassischen Managementthemen wie der Strategiefindung und Unternehmensorganisation. 


Den Geschäftsbereich Netzberatung leitet Dr. Christof Niehörster, der schon lange als Netzexperte und Teamleiter für die BET tätig ist. Für die Leitung des Geschäftsbereichs Managementberatung konnten wir Dr. Klaus Neuhäuser gewinnen, der über langjährige Erfahrung als Managementberater für Energieversorger und Kommunen verfügt. Den Geschäftsbereich Marktberatung führt vorerst in  Personalunion unser Geschäftsführer Michael Ritzau.

Da unsere Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben wir mit der Umstrukturierung auch die Anzahl der Teams erhöht. Neben den bisherigen Teamleitern Dr. Jörg Borchert, Oliver Donner, Ralph Kremp, Armin Michels und Ulrich Rosen werden künftig auch Ludger Eickholt, Dr. Christiane Michulitz, Hartmut Müller, Dominic Nailis, Marcus Opatrzil und Micha Ries als Teamleiter tätig sein.

Unser interner Servicebereich wurde ebenfalls neu strukturiert. Björn Jansen hat die Leitung für die Bereiche Finanzen und Personal, IT und Standortmanagement sowie Marketing übernommen. Im vergangenen Jahr haben uns unsere langjährige Sekretärin Sonja Theis und auf der Beraterseite Tobias Mattha und Markus C. Romberg verlassen. Als Neuzugänge konnten wir 2011 Siggi Achner, Martin Bartelt, Armin Bechtel, Kevin Löer, Andreas Maaß, Dr. Sebastian Rothe, Lukas Schuffelen, Dr. Petr Svoboda sowie unseren Auszubildenden Philip Hatzigianelis hinzugewinnen; ab Februar 2012 verstärken Thomas Langrock,  Bastiaan Milatz und Tim Ronkartz unsere Teams. Ab dem 01.01.2012 werden uns außerdem unsere neuen Geschäftsführungsassistentinnen Silke Karius und Ruth Tiemann unterstützen.  Auch die im Jahr 2010 neugegründete BET Schweiz AG, eine 100%ige Tochter der BET, hat sich positiv entwickelt, so dass dort neben dem Leiter Herbert Holik ab 01.01.2012 Bruno Cosandey für uns tätig ist. 
 
Der Umbau des Energiesystems und seine Finanzierung wird auch ein wichtiges Thema der E-world energy & water 2012 sein. Wir freuen uns darauf, Sie in diesem Rahmen zum Gedankenaustausch zu treffen. Ein spezielles Diskussionsforum bietet dabei die von BET organisierte E-World-Konferenz „Energiekonzept konkret: Folgen für Netz, Investoren, Speicher“ am 07.02.2012.

 

 

Nach den positiven Rückmeldungen unterstützen wir auch 2011 wieder Hilfsprojekte in Afrika. Wie im letzten Jahr haben wir die Projekte Sonnenenergie für Westafrika e.V. (www.solar-afrika.de), Hilfe für Ntotroso e.V. (www.ntotroso.net), Usa River Rehabilitation and Training Center (http://rehabilitation-center-tanzania.org) sowie den Afriwi Kenia e.V. (www.afriwi-kenia.de) ausgewählt.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr erfolgreicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Ihr BET-Team

Jahresrückblick 2010 und -ausblick 2011

Änderung der politischen Rahmenbedingungen
Im Herbst 2010 hat die Bundesregierung ein neues Energiekonzept und die durchschnittlich
12-jährige Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke verabschiedet. Die Laufzeitverlängerung
führt zu einer Stärkung der etablierten deutschen Kernkraftwerksbetreiber und entwertet die
Investitionen neuer Wettbewerber auf dem Strommarkt. Eine weitere Folge sind erhebliche
Überkapazitäten, welche vorerst kaum Anreize für den Neubau hocheffizienter Kraftwerke
setzen. Ob die Laufzeitverlängerung rechtlich Bestand haben wird, ist höchst umstritten, und
sorgt bis auf Weiteres für wenig verlässliche Rahmenbedingungen. Der Gasmarkt, sowie die
Rolle von flexiblen Gaskraftwerken in einem durch den Ausbau der erneuerbaren Energien
erheblich volatiler werdenden Erzeugungsmarkt, ist im Energiekonzept völlig unterbewertet.
Auch die Rolle der insbesondere dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung kommt im Energiekonzept trotz der kurzfristig zu hebenden Primärenergieeinsparpotenziale praktisch nicht vor.


Dennoch ist das klare Bekenntnis zum Ausbau der erneuerbaren Energien als langfristige
und nachhaltige Strategie hervorzuheben. Diese klaren energiepolitischen Leitplanken
dürften dem Erhalt einer nachhaltigen Investitionsbereitschaft förderlich sein und Deutschland
als Technologieexperte in diesem Bereich noch weiter stärken. Der Ausbaubedarf der
Transportnetze wurde endlich erkannt. Diese Tatsache und die Überlegungen zu einem
Bundesnetzplan sind wichtige Meilensteine für den angestrebten Umbau des Energiesystems.
Damit einhergehend ist allerdings auch eine Diskussion zu führen, in welcher
Weise die erneuerbaren Energien bei deutlich wachsendem Anteil schrittweise in den Markt
geführt werden können, ohne die Investitionsanreize nachhaltig zu schwächen. Erste Schritte
sind hier sicherlich die Öffnung der Regelenergiemärkte für EE-Anlagen, um Anreize für eine
markt- und nachfragegerechte Einspeisecharakteristik zu liefern. Aber auch das konventionelle Marktdesign muss diskutiert werden: Wie können nachhaltige Investitionsanreize gesetzt werden, um den Bau von hochflexiblen Kraftwerken und Speicheranlagen insbesondere zur Überbrückung längerer Windflauten anzureizen. Ob Kapazitätsmärkte hierzu künftig richtige Anreize liefern, wird BET verstärkt analysieren.

Zu Neuerungen im Strombereich haben die Mitte des Jahres veröffentlichten Marktregeln für
die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) geführt. Inhaltlich wird damit
eine einheitliche Vorgehensweise in allen Regelzonen und Bilanzierungsgebieten vorgeschrieben.
Das betrifft vor allem Fristen, Datenformate, Prozesse und Verantwortlichkeiten.
BET berät eine Vielzahl von Kunden zu diesem Bereich.


Veränderungen im Gasbereich traten mit der im September in Kraft getretenen Gasnetzzugangsverordnung ein. So wird die Marktgebietszahl ab April 2011 auf drei und ab dem 1. August 2013 auf zwei reduziert. Das Prinzip der Kapazitätsvergabe wird auf ein Versteigerungsverfahren umgestellt. Die Veränderungen sollen den Netzzugang erleichtern und zu höherer Rechtssicherheit für alle Marktteilnehmer führen. Einen Anspruch auf Biogaseinspeisung haben entsprechende Anlagenbetreiber nun erhalten. Die Kosten dafür trägt zu 75 % der Netzbetreiber. BET hat hier eine Reihe von Kunden nachhaltig unterstützt.

Auch in 2010 wurde die rege Diskussion um die (Re-)Kommunalisierung der Netze fortgesetzt.
Das Auslaufen vieler Konzessionsverträge stellt Netzbetreiber zunehmend vor die
Aufgabe, Strategien für den Erhalt und die Neugewinnung von Konzessionen zu entwickeln.
Der Erwerb von Konzessionen bietet interessante Chancen für Unternehmen wie Kommunen,
birgt jedoch wegen der Vielzahl ungeklärter Rechts- und Verfahrensfragen nicht unerhebliche
Risiken. BET berät sowohl Kommunen als auch Energieversorger in diesem komplexen
und strategisch bedeutsamen Gebiet. Wir greifen hier auf mehr als 20 Jahre Erfahrung zurück und konnten auch 2010 eine Reihe bundesweit viel beachteter Projekte zum Erfolg führen.


Nachdem, bedingt durch die Finanzkrise, der Kauf und Verkauf von Energieversorgungsunternehmen zeitweise ins Stocken geraten war, standen in 2010 wieder eine Reihe bedeutender Transaktionen im Kraftwerks- und Netzbereich an, bei denen BET die energiewirtschaftliche Due Diligence durchgeführt hat. Wir erwarten im nächsten Jahr ein Ansteigen der Unternehmenstransaktionen im Energiebereich.

Die Wasserwirtschaft steht weiterhin in der öffentlichen Diskussion. Ein Fragebogen, der
von Verbänden, Bundes- und Landeskartellbehörden erstellt wurde, soll nun den Prozess
der Preisfindung transparenter machen und zu einer Vergleichbarkeit der Preise verschiedener Versorger führen. Wir erwarten, dass dieser Fragebogen bundesweit über die
jeweiligen Landeskartellbehörden verschickt wird. Unsere Kunden haben wir daher zu prüfbaren Entgeltkalkulation beraten. Mit unserer umfangreichen Datenbank können wir zudem individuelle Benchmarks erstellen, die die Kundenposition im Wettbewerb übersichtlich darstellen.

Im Informationsdschungel behält BET den Überblick. Daher haben wir im Oktober zusammen
mit dem Verlag Energie und Management und der GET AG aus Leipzig den neuen
Newsletter Marktplatz Energie konzipiert. Er richtet sich an Entscheider und Führungskräfte
im Bereich der Energiemärkte und soll den schnellen Überblick über wesentliche Marktbewegungen geben. Der viermal pro Jahr erscheinende elektronische Newsletter informiert mit einer umfassenden marktorientierten Bewertung, der Analyse eines marktbestimmenden Themas, einer Übersicht der Endkundenpreise, Ausschreibungen und Wechselstatistik und ausgewählten Marktdaten. Die Erstausgabe steht kostenfrei zum Download zur Verfügung


2011 wollen wir mit dem BET-Energieforum erneut unsere Büroräume im ehemaligen Kirchenschiff von St. Alfons als Veranstaltungsort nutzen, um mit Ihnen strategisch wichtige
energiewirtschaftliche Fragen zu diskutieren. Bitte merken Sie sich den Termin – 16. September 2011 – schon heute vor. Außerdem freuen wir uns darauf, Sie bei der E-world
energy & water 2011 zum Gedankenaustausch zu treffen. Gerne stellen wir Ihnen unsere
energietechnischen Top-Themen für 2011 vor.


BET gründet Schweizer Niederlassung
Seit Juli bietet die BET Schweiz AG den Energie- und Wasserversorgern strategische Beratung und operative Unterstützung in allen Fragen der anstehenden Liberalisierung des
Schweizer Strom- und Gasmarktes sowie der Wasserwirtschaft. Ansprechpartner und Vorstand der BET Schweiz AG ist Herbert Holik  der in seiner vorherigen Tätigkeit auf eine lange Erfahrung in einem Schweizer Energieversorgungsunternehmen zurückblicken kann.

Nun steht ein erneuter Jahreswechsel an und wir haben uns entschlossen, statt Kundengeschenke einen Geldbetrag zu spenden. Wir unterstützen die drei Projekte Sonnenenergie für Westafrika e.V. (www.solar-afrika.de), Hilfe für Ntotroso e.V. (www.ntotroso.net) und Usa River Rehabilitation and Training Center (www.rehabilitation-centre-tanzania.org).

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf ein weiteres Jahr fruchtbarer und vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Ihr BET-Team

Jahresrückblick 2009 und -ausblick 2010

Neue Wettbewerbspotenziale

Die zum 01.01.2009 eingeführte Anreizregulierung verschaffte den Netzbetreibern zwar Klarheit über ihre Erlöse für die erste Regulierungsperiode, es kehrte aber keineswegs Ruhe ein. Die Behörden haben viele Regelungen konkretisiert und die Netzbetreiber mit immer neuen Anfragen und Fristen oft zu hektischem Handeln gezwungen. Der verschärfte Kostendruck macht ein Überdenken der Organisation des Netzbereichs und des Asset-Managements erforderlich. Gleichzeitig verschärft die BNetzA ihre Anforderungen an das Unbundling und stellt insbesondere die bestehenden Dienstleistungsverträge in ihren kritischen Fokus. Schnelles Handeln ist hier ratsam, denn schon naht das neue Fotojahr 2010 (Gas) bzw. 2011 (Strom), das entscheidend für die Erlösobergrenzen in der zweiten Regulierungsperiode sein wird. Themen wie die sog. große Netzgesellschaft, neue Kooperationen, aber auch die Jahresabschlusspolitik, günstige Zeitpunkte für Investitionen sowie die Umstellung der Aktivierungspraxis stehen im Mittelpunkt der Diskussionen.

Gut beraten waren die Unternehmen, die sich frühzeitig aus einer passiven Reaktionshaltung herausbewegt und sich aktiv strategisch positioniert haben. Eine genaue Bestimmung der aktuellen Position der Unternehmen wurde durch umfangreiche Tools zur individuellen Simulationen der Kosten- und Erlössituation über beide Regulierungsperioden ermöglicht.  Auf dieser Basis hat BET zahlreiche Unternehmen bei der Entwicklung einer passgenauen Strategie zur Optimierung des Netzbetriebes unterstützt.

Die zunehmende Diskussion um die Rekommunalisierung zeigt, dass Netze trotz verschärfter Regulierung ein attraktives Geschäftsfeld bleiben. Auch hier stehen strategische Fragen im Vordergrund: Da in den nächsten Jahren viele Konzessionen auslaufen, stehen Netzbetreiber zunehmend vor der Aufgabe, bestehende Konzessionen zu halten und neue möglichst hinzu zu gewinnen. BET greift hier auf mehr als 20 Jahre Erfahrung zurück und hat auch 2009 eine Reihe viel beachteter Projekte wie das Regionalwerk Bodensee und Pulheim zum Erfolg geführt.

Die verschärfte Regulierung galt gleichermaßen für die Gasnetze, wobei hier im Tagesgeschäft zusätzlich die noch ungewohnten Abwicklungsprozesse integriert werden mussten, z. B. GeLi-Gas, GABi-Gas, Mehr / Mindermengenabrechnung, Allokation von Gasmengen.

Um die Wettbewerbspotenziale im Messwesen auszuschöpfen, stehen die Energieversorger vor der Herausforderung, sich stärker als Energiedienstleister zu positionieren. Im Rahmen einer Potenzialstudie hat BET festgestellt, dass intelligente Zähler zwar derzeit keine finanziellen Vorteile bieten, jedoch als zentrales Kommunikationsmedium für Dienstleistungen aller Art - wie z. B. für individualisierte Stromprodukte - mittel- und langfristig nicht unterschätzt werden dürfen.

Smart Metering, Smart Grids, Smart Energy - 2010 ist die Energie- und Wasserwirtschaft aufgefordert, diese Begriffe mit Leben zu füllen und zu definieren, wie schlau und schick die Zähler, Netze und Energieprodukte sein sollten, um im Wettbewerb ganz „smart“ die Nase vorn zu haben.

Zunehmend nutzen die Unternehmen die Chancen im Gaswettbewerb und entwickeln ganzheitliche Strategien, um die Potenziale  über alle Wertschöpfungsstufen hinweg optimal zu nutzen: Von der Erdgasbeschaffung über den Einsatz von Erdgasspeichern bis hin zur Vermarktung von Biogas.

Der Stromerzeugungsmarkt war im vergangenen Jahr von einer wachsenden Unsicherheit über die energiepolitischen Rahmenbedingungen geprägt. Die mögliche Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken stellt in Frage, ob viele der geplanten neuen Grundlastkraftwerke tatsächlich gebraucht werden. Die Debatte um die Einführung von CO2-Abscheidungstechnologien (CCS) erhöht die Unsicherheit, ob sich insbesondere die Investitionen in weitere hocheffiziente Kohlekraftwerke rechnen. BET hat mit seinen Marktmodellen in vielen Projekten detaillierte Analysen zu den Chancen und Risiken für neue Kraftwerke ausgearbeitet.

Unter der neuen Bundesregierung wird das Thema „optimaler Erzeugungsmix“ weiter an Bedeutung zunehmen. Eine spannende und Richtung weisende Debatte darf mit dem für Herbst 2010 angekündigten integrierten Energiekonzept erwartet werden. Es bedarf noch erheblicher Diskussionen, wie die sich zum Teil widersprechenden Forderungen (Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken, neue Kohlegrundlastkraftwerke, der weiterhin geplante forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien und das Bekenntnis zu einem unkonditionierten 40Prozent-Reduktionsziel beim CO2) in ein schlüssiges Gesamtkonzept überführt werden können. BET wird im kommenden Jahr in diesem Themenfeld substantielle Beiträge erarbeiten. Für unsere Kunden wird das neue Energie-konzept eine hohe Bedeutung haben, da sich eine Vielzahl geplanter Investitionen in weitere hocheffiziente Kraftwerksprojekte an den künftigen Rahmenbedingungen messen lassen müssen. Neue Konzepte wie hochflexible Regelkraftwerke, neue Speichertechnologien, Elektromobilität zur Integration stark schwankender Einspeisungen aus erneuerbaren Energien sowie steuerbare Lasten werden Zukunftsthemen sein.
Für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wird auch die Frage des zügigen und zugleich effizienten Ausbaus der Transportnetze von erheblicher Bedeutung sein. Hier werden wesentliche Impulse von der Dena Netzstudie 2 erwartet, welche durch BET beratend begleitet wird; deren Ergebnisse sind ebenfalls für 2010 angekündigt. Spannend dürfte auch die Frage sein, ob es - wie politisch angekündigt - zu einer deutschen Netz AG kommt, und wie die Umsetzung einer einheitlichen deutschen Regelzone forciert werden kann, um den Handel weiter zu erleichtern.

Auch die Wasserwirtschaft steht weiterhin in der öffentlichen Diskussion. Das Vorgehen der hessischen Kartellbehörde gegen aus ihrer Sicht zu hohe Wasserpreise veranlasste viele Wasserversorger, ihre eigene Positionierung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Notwendig ist im ersten Schritt vor allem eine verbesserte Kostentransparenz zur eigenen Kostensteuerung und Sicherung einer prüfbaren Entgeltkalkulation. BET hat hier viele Unternehmen bei der kostenbasierten Kalkulation ihrer Wasserentgelte unter Berücksichtigung der jeweiligen rechtlichen Anforderungen unterstützt und konnte parallel Verbesserungspotenziale in der Kostenrechnung und über integrierte Benchmarks ableiten.

Auch die aktuelle Ankündigung der EU-Kommission einer Vorlage zu Dienstleistungskonzessionen wird die Wasserver- und Abwasserentsorgung im kommenden Jahr beschäftigen. Unter anderem sollen hier die öffentlich-privaten Partnerschaften stärker gefördert bzw. durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden. Diese Forderung wurde bereits mit dem politischen Konzept zur Modernisierung der deutschen Wasserwirtschaft durch den Bundestag im Jahr 2002 aufgestellt und ist somit nicht neu für die deutsche Ver- und Entsorgung. Wichtig für erfolgreiche Partnerschaften ist die vorzeitige Diskussion und Gestaltung zukunftsgerichteter und nachhaltiger Vereinbarungen zwischen Kommune und privatem Dienstleister. Besonderes Augenmerk ist hier auf die Definition der zu erbringenden Leistungen, sowie deren Finanzierungssteuerung und -entwicklung zu legen. Hier unterstützt BET mit seinen tiefgehenden und praxisnahen Kenntnissen des operativen und betriebswirtschaftlichen Handelns den Aufbau bzw. die Optimierung von öffentlich-privaten Partnerschaften und deren erfolgreiche Zusammenarbeit.

20 Jahre Beratung für die Energie- und Wasserwirtschaft      

Im Mai 2009 haben wir gemeinsam mit Ihnen das 20-jährige Bestehen der BET mit einer Konferenz und einem bunten Abendprogramm gefeiert. Der überaus positive Zuspruch hat uns einen zusätzlichen Energieschub für eine auch weiterhin engagierte Zusammenarbeit in einem immer anspruchsvoller werdenden Marktumfeld gegeben.
2010 wollen wir mit dem BET-Energieforum erneut unsere Büroräume im ehemaligen Kirchenschiff von St. Alfons als Veranstaltungsort nutzen, um mit Ihnen strategisch wichtige energiewirtschaftliche Fragen zu diskutieren. Bitte merken Sie sich den Termin
 – 18. Juni 2010 – schon heute vor. Außerdem freuen wir uns auf den Gedankenaustausch mit Ihnen bei der E-world 2010.


Das BET-Team wächst weiter

Die Basis für vertrauensvolle Kundenbeziehungen bilden unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mit Spaß bei der Sache sind. Es freut uns, dass unser Unternehmen ausgehend von Mitarbeiterbefragungen im Rahmen des bundesweiten Unternehmensvergleichs „Top Job 2009“ als einer der besten 100 Arbeitgeber im Mittelstand ausgezeichnet wurde.

Das Beraterteam wurde im letzten Jahr deutlich verstärkt! Während Christina Etten, Dag Hintze, Matthias Koch und Christof Joeken das Unternehmen verließen, haben wir mit Bernhard Korte, Dr. Uwe Macharey, Mika Marci, Fiona Lecour, Dr. Thorsten Heimann, Nina Heitmann, Ruth Schambach und Dr. Petr Svoboda an Know-how gewonnen. Auch unter den Verantwortlichen hat sich einiges verändert: Dr. Jörg Borchert ist seit Jahresbeginn Leiter des Fachteams „Vertrieb und Handel“. Armin Michels hat seitdem das Fachteam „Kraftwerke und Marktmodelle“ übernommen. Die interne Struktur wurde dem Wachstum angepasst, indem Dr. Christiane Michulitz zur Leiterin Unternehmensentwicklung und Projektcontrolling wurde. Heico Dörrig verantwortet nun den Bereich Wissensmanagement und Ludger Eickholt den Bereich EDV. Außerdem haben wir Verstärkung durch unsere neue Fachteamassistentin Jowita Domanska, unserer Telefonistin Anne Heyen sowie Verena Kranke in der Finanzbuchhaltung erhalten. Mit diesen Menschen werden wir Sie weiterhin gerne bei Ihren Aufgaben unterstützen.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2010.
Ihr BET-Team
 

Jahresrückblick 2008 und -ausblick 2009

2008: Regulierung und Marktöffnung schreiten voran

Im Zuge der Umsetzung der Anreizregulierung hat die BNetzA im Jahr 2008 erstmalig die Effizienzwerte für die ca. 250 Strom- und Gasnetzbetreiber ermittelt, die nicht das vereinfachte Verfahren gewählt haben. Auch wenn berechtigte Zweifel an der Belastbarkeit der Effizienzmessung der BNetzA bestehen, müssen die Unternehmen sich dennoch darauf einstellen, dass die Ergebnisse verbindlich sind und allenfalls in Ausnahmefällen Korrekturen durchgesetzt werden können. Der Blick richtet sich nun verstärkt nach vorne: Es gilt, die Netzkosten aktiv zu optimieren. Die Unternehmen sollten dabei auch vor Eingriffen in Organisation und Workflow nicht zurückschrecken und verstärkt auf Kooperationen setzen.

Die Gassparte musste 2008 die Spielregeln des jungen Netzzugangs-modells und insbesondere die neuen Ausgleichsleistungs- und Bilanzierungsregeln lernen. Auch die Ferngasebene wird nach einer richtungsweisenden Entscheidung der BNetzA künftig der Kosten- bzw. Anreizregulierung unterworfen: Spürbar niedrigere Netzzugangsentgelte sind dort zu erwarten.

Die Marktöffnung des Messwesens wurde massiv erweitert. Die Umsetzung der neuen Regeln wird die Unternehmen im Jahr 2009 intensiv beschäftigen.

Nach wie vor werden mit Hochdruck neue Kohle- und GuD-Kraftwerke geplant, doch stehen diesen Plänen erhebliche Akzeptanz-
probleme sowie ein völlig unzureichender „Markt“ für Kraftwerksgas als maßgebliche Hemmnisse gegenüber. Auch die Versachlichung der Debatte um eine angeblich drohende „Stromlücke“ ist dringend ge- boten. Schließlich ist auch die Finanzmarktkrise in der Energiewirtschaft angekommen: Während sich die führenden vier Erzeugungsunternehmen davon unbeeindruckt zeigen, haben kleinere Player Probleme mit der Fremdmittelbeschaffung, wie jüngst verschobene Projekte im Off-Shore-Wind Bereich belegen. Ob die ambitionierten Ziele des IEKP der Bundesregierung angesichts dieser ungünstigen Rahmenbedingungen aufrecht erhalten werden können, erscheint zumindest fraglich.

Eine spannende Frage bleibt, ob es zu einer Deutschen Netz AG kommt. Die Erneuerung und vor allem der dringend erforderliche Ausbau des deutschen Höchstspannungsnetzes werden echte Herausforderungen sein.

Auf der Grundlage der Neuerungen im EEG und KWK-G sowie der anhaltenden Diskussion um die Versteigerung der CO2-Zertifikate erleben
dezentrale Erzeugungsalternativen eine Renaissance. In welchem Umfang eine Fernwärmeversorgung mit KWK tatsächlich ausgebaut werden
kann, wird eine wichtige Frage für den mittelfristigen Erzeugungsmix sein.

Die richtige Beschaffungsstrategie und der dazu passende optimale Erzeugungsmix ist eine wesentliche unternehmerische Entscheidung, die langfristig den Unternehmenserfolg beeinflussen dürfte.

Ihre Chancen nutzen auch diejenigen Unternehmen, die bereits 2009 ihre Wassersparte unter die Lupe nehmen, um die Potenziale sowohl zum Einsparen als auch zum Vermarkten auszuschöpfen.

Wir laden Sie ein, diese Fragen während der E-world 2009 am Messestand Nr. 3-548 mit den BET-Berater/-innen zu diskutieren. Vertiefende Informationen zu den Themen „Gasspeicher“ sowie „Deutsche Netz AG“ bieten wir Ihnen auch in zwei Konferenzen im begleitenden Kongress. Natürlich darf jedoch auch die Spannung bei Kicker & Kölsch nicht zu kurz kommen.

20-Jahrfeier in neuen Räumen

Zum 01.09.2008 ist BET in die Alfonsstraße 44, 52070 Aachen umgezogen. Wie außergewöhnlich unsere neuen Räume sind – dazu sagt das Bild mehr als alle Worte. Für Besprechungen und Workshops bieten wir Ihnen einen exklusiven Rahmen, der Denkmalschutz mit modernster Technik verbindet. Sie sind herzlich eingeladen, die anregende Atmos-phäre der ehemaligen Kirche St. Alfons bei uns zu erleben.

Das BET-Team wächst weiter

2008 wurden unsere Fachteams durch Christoph Aretz,
Dr. Jessica Beck, Oliver Donner, Christian Fritsch, Jochen Hiller,
Dr. Christian Jungbluth, Frank Licht, Dr. Christiane Michulitz und
Ralf Schemm verstärkt. Zusätzlich wird die BET in 2009 durch
Bernhard Korte und Christof Joeken bereichert. Mit Markus Peek
verlässt uns 2008 leider ein Mitarbeiter; die Fortführung der Projekte ist durch das gewachsene Fachteam Kraftwerke und Marktmodelle aber voll gewährleistet. Außerdem werden Sie nun zusätzlich von unseren neuen Fachteamassistentinnen Ilona Esser, Ruth Nadenau und Michaela Strunz sowie unserer Telefonistin Andrea Musan betreut, die Sie jederzeit gerne an Ihre Ansprechpartner/-innen weiterleiten.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf eine erfolg-reiche Zusammenarbeit im Jahr 2009.
Ihr BET-Team

Jahresrückblick 2007 und -ausblick 2008

Anreizregulierung - Anleitung zum „arm Sparen“?
Die ARegV führt ab dem 1.1.2009 zu einem Systemwechsel der Netzentgeltregulierung: Auf die Netzbetreiber kommt nach den beiden kostenbasierten Netzentgeltgenehmigungsrunden ein dauerhafter massiver Kostensenkungsdruck zu. Für diese gilt es nun, Strategien zum Abbau der Kosten zu entwickeln, ohne dabei den zuverlässigen Netzbetrieb zu gefährden.
Zum Nachweis weiterhin bestehender nicht beeinflussbarer Besonderheiten und zur Abwehr überhöhter Forderungen der Regulierungsbehörden bietet sich die bewährte BET-Effizienz
analyse auch 2008 als geeignetes Instrument an. Einen Überblick über das individuelle Ausmaß des Kostensenkungsdrucks gibt ergänzend das neue BET-Tool STAR, das die Entwicklung Ihrer Netzkosten vollständig nachbildet.
Zum 30.6. bzw. 30.9.2007 waren die zweiten Antragsrunden für die Netzentgelte Strom und Gas fällig: Die kleinen Netzbetreiber haben vielfach das Angebot zur Verlängerung der Genehmigung von 2005 genutzt, während die größeren Unternehmen umso intensiver geprüft wurden. Die Bedeutung der Genehmigungen 2007 ist ungleich größer, da diese als Basis in die Anreizregulierung eingehen und somit die Einnahmen der nächsten Jahre entscheidend beeinflussen werden. Auf die drohende Verzerrung der Effizienzmessung bezogen auf die gesamte Kapitalkostenbasis – insbesondere wegen der unterschiedlichen Aktivierungspraxis – hatte BET bereits im Konsultationsprozess zur ARegV auf Seiten der GEODE aufmerksam gemacht. Auch in die Diskussion um die von der BNetzA zugrunde gelegten Preisindizes hat sich BET konstruktiv eingebracht. Dass insgesamt dennoch der Netzbetrieb ein interessantes Geschäftsfeld für Stadtwerke geblieben ist, zeigt sich in den zahlreichen Verfahren zur Netzübernahme, die BET 2007 begleitet hat.

Gibt der Gasmarkt Gas?
Am 1.9.2007 startete der Gashandel an der EEX. Die Grundlage dafür bildet das ursprünglich von BET im Jahr 2003 entwickelte Zweivertrags-Netzzugangsmodell, das seit dem 1.10. von der gesamten Gasbranche praktiziert wird. Trotz einer Reihe wichtiger ungeklärter Fragen – wie Speicherzugang, Marktgebiete, Regelenergie – hat es sich als wettbewerbstauglich erwiesen. In der Folge hat sich der Gas-zu-Gas-Wettbewerb bereits deutlich belebt.

Im Rahmen der zahlreichen Schulungen, die BET zur Umsetzung des Zweivertragsmodells veranstaltet hat, bestätigte sich, dass die Analogien zum Stromnetz hilfreich sind. Reinen Gasnetzbetreibern konnten wir den Einstieg mit verschiedenen Tools, z. B. zur Bilanzierung, erleichtern. BET hat 2007 verschiedene Marktteilnehmer u. a. bei der Vermarktung von Speicherscheiben, bei der strukturierten Gasbeschaffung und bei ihrer strategischen Positionierung beraten. Hier sind noch viele Potenziale ungenutzt.

Kraftwerke um jeden Preis?
Der Boom der Neubauvorhaben wurde 2007 gebremst. Schon zu Jahresbeginn war deutlich, dass die Umsetzung aller angekündigten Vorhaben zu Engpässen im Höchstspannungsnetz führen würde. Die Politik reagierte mit der KraftNAV, die jedoch noch Fragen bei der Kostentragung zwischen ÜNB und Kraftwerksbetreiber offen lässt. Auf der Grundlage eines eigens entwickelten regionalen Netz- und Kraftwerksmodells hat BET einige Kraftwerksbetreiber zum künftigen Netzengpassrisiko beraten.
Als weiteres Hindernis stellte sich die Überhitzung des Markts für den Anlagenbau heraus. Gerade die Projekte von neuen Investoren im Erzeugungsmarkt gerieten durch eine ungeahnte Kostenexplosion und fehlende Baukapazitäten derartig unter Druck, dass einige Projekte aufgegeben wurden. Dazu kam verschärfend die Diskussion um die Zuteilung der Emissionszertifikate ab 2013 (Vollauktionierung), die z. T. die Wirtschaftlichkeitspläne in Frage stellte. Diese neu entstandenen Unsicherheiten hat BET stets aktuell in die bestehenden Marktszenarien und Berechnungen eingearbeitet und überprüft. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns umso mehr, mehrere hocheffiziente Gas-GuD- und Kohle-Kraftwerks-projekte mit auf den Weg gebracht zu haben, mit deren Betrieb unsere Kunden unabhängiger auf dem Erzeugungs- und Strombeschaffungsmarkt agieren können.
Die ambitionierten Ziele der Bundesregierung (Meseberg) werden EEG- und KWK-Anlagen einen wesentlichen Schub bringen und bei entsprechender Umsetzung den Erzeugungsmarkt nachhaltig beeinflussen und verändern.  Diese Entwicklung wird BET im Hinblick auf neue Chancen, aber auch neue Risiken sorgfältig analysieren.

...bis zum Ownership-Unbundling?

2007 wurde es ernst: Unbundling, Zwei-Mandanten-Modell, standardisierte Geschäftsprozesse und Datenformate mussten in Software und betriebliche Abläufe umgesetzt werden. Hierzu bestand auch kurz vor dem Starttermin ein erheblicher Beratungsbedarf.  Da weitere Prozessumstrukturierungen folgen werden, wird ein erfolgreiches Change Management für die Unternehmen immer wichtiger. Hierzu bietet BET 2008 verstärkt Beratungsleistungen an. Ein wichtiges Zukunftsthema bleibt außerdem die Kooperation von Unternehmen v. a. im Bereich Netze und Energiebeschaffung.

Wasserwirtschaft
Unter dem hohen Regulierungsdruck auf Strom- und Gasnetze richtet sich der Blick vieler Stadtwerke zunehmend auf die Wassersparte. Hier sind u. a. durch Kooperationen und IT-Lösungen noch viele Optimierungspotenziale realisierbar. Nach mehreren erfolgreichen Pilotprojekten 2007 wird BET künftig vermehrt auch die Wasserwirtschaft beraten.
BET-Firmenjubiläum In fast 20 Jahren ist BET von einem kleinen Ingenieurbüro zu einem führenden Beratungsunternehmen gewachsen, dessen 50-köpfiges Expertenteam innovative Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft gestaltet und umsetzt. Wir sind stolz auf unseren Beitrag zu einem fairen Wettbewerb in der Schlüsselindustrie Energie. Unser 20-jähriges Firmenjubiläum wollen wir 2008 mit Ihnen feiern. Der Jubiläums-Workshop soll außerdem den Auftakt bilden für das BET-Energieforum, das im jährlichen Turnus energiewirtschaftliche Strategiefragen beleuchten soll. Die Jubiläumsfeier wird bereits in unseren neuen Räumen stattfinden: BET zieht im Sommer 2008 in die Kirche des ehemaligen Klosters St. Alfons in Aachen, die unter Einhaltung des Denkmal-schutzes unsere Arbeit und innovative Ideen beflügelt und unseren Kunden adäquate Besprechungs- und Seminarräume zur Verfügung stellen soll.
Wir freuen uns, den guten Geist dieses besonderen Ortes fortzuführen und laden Sie ein, das charaktervolle Ensemble aus alter Kirche und Klostergarten bei uns live zu erleben.

Neu im BET-Team
2007 sind wir bei unserer stetigen Suche nach kreativen Köpfen fündig geworden mit Dipl.-Kff. Christina Etten, Dipl.-Wirt.-Ing. Constanze Marambio, Dipl.-Ing. Thomas Irmler, Dipl.-Volksw. Michael Timm und ab Januar 2008 auch Dipl.-Ing. Jörg Ottersbach, die sich um die Themenfelder Kraftwerke und Regulierung kümmern. Ab März 2008 werden der Wasserexperte Dipl.-Ing. Frank Licht und die Organisationsspezialistin Dr. Christiane Michulitz das BET-Team verstärken. Im Sekretariat werden Sie zusätzlich von Anja Volkmer und Vanessa Koch betreut.

E-world 2008
Sie sind herzlich eingeladen, während der E-world 2008 in Essen das BET-Seminar zum Netzengpassmanagement und den BET-Messestand (3.0-448) zu besuchen. Dort erwarten Sie anregende Diskussionen und spannende Spiele am BET-Kicker mit unserem schlagkräftigen Beraterteam.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2008.

Ihr BET-Team

 


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