Bundestagsausschuss lädt Zander als Netzexperten ein

12.05.2017

Netzentgeltmodernisierungsgesetz: Letzte Hürde vor dem Inkrafttreten

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages hat Dr. Wolfgang Zander am 17. Mai 2017 als Netzexperten eingeladen. Der B E T-Geschäftsführer spricht als Sachverständiger zum Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) anlässlich der geplanten öffentlichen Anhörung. Die Anhörung ist eine der letzten Hürden vor seinem potentiellen Inkrafttreten.

Bereits im vergangenen März hat sich Zander in einer viel beachteten Stellungnahme zum geplanten Gesetz positioniert. Der Gesetzentwurf schafft zwar in einzelnen Bereichen Verbesserungen, in einigen anderen Bereichen jedoch neue und teilweise massive Verwerfungen.

Zwei schwerwiegende Fehler sind:

  • Fehlende Differenzierung nach steuerbaren dezentralen Einspeisungen, die die Netze entlasten können und vor allem volatilen Einspeisungen, die dies nicht leisten

  • Fehlende Anpassung der sog. Kostenwälzung, d. h. das Prinzip der Umlage der Kosten vorgelagerter Netze auf die nachgelagerten Spannungsebenen.
Verbesserungsvorschläge:

Zander schlägt vor, vermiedene Netzentgelte zunächst nur für volatile, nicht steuerbare dezentrale Einspeisungen abzuschaffen. Im Zuge der dringend notwendigen umfassenden Reform der Netzentgeltsystematik könnten die vermiedenen Netzentgelte dann durch ein zielgenaueres Anreizinstrument wie die Lastflusszusage ersetzt werden.

Unsere Eckpunkte zur Lastflusszusage:
  • Einspeiser haben eine netzentlastende Wirkung, die bei der Netzdimensionierung berücksichtigt werden kann.
  • Betreiber dezentraler Anlagen sichern zu, auf Anforderung jederzeit im Umfang der Lastflusszusage Energie in das Netz einzuspeisen.
  • Diese Zusage muss mit einer ausreichenden Verfügbarkeit sichergestellt sein. Bei Anlageausfällen muss Reserve bereitgestellt werden können.
  • Die Lastflusszusage muss für mehrere Jahre gegeben werden, damit sie sich auf die Netzplanung auswirken kann.
  • Die Höhe der Vergütung für die Lastflusszusage kann ähnlich wie bei den vermiedenen Netzentgelten an den vorgelagerten Netzentgelten oder den vermiedenen Netzausbaukosten ausgerichtet werden.
Vordenker:

B E T hat bereits 2015 einen umfangreichen Vorschlag für ein neues zukunftsfähiges Netzentgeltsystem entwickelt, das die netz- und marktseitigen Anforderungen an die Nutzung dezentraler Flexibilitäten in Einklang bringt. Die Lastflusszusage bildet einen wichtigen Bestandteil dieses Vorschlags. Die Koordination des netz- und marktorientierte Einsatzes dezentraler Flexibilitäten und die hierfür notwendige Anpassung des Ordnungsrahmens ist auch Gegenstand der dena-Netzflexstudie, die BET zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Kanzlei Boos Hummel Wegerich für die dena erstellt hat. Die Lastflusszusage ist wiederum ein Element des dort entwickelten Vorschlags für einen zukünftigen konsistenten Ordnungsrahmen, der die Anreize für ein netzverträgliches und netzdienliches Verhalten der Netznutzer nachhaltig verbessert, ohne die marktseitigen Nutzungen zu beeinträchtigen.

Stellungnahme zum Netzentgeltgesetz

Vorschlag Netzentgeltsystem

dena-Netzflexstudie



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