BET verfasst Stellungnahme zur BNetzA Konsultation Kostenprüfung Strom

09.03.2017


Die durch die BNetzA zur Konsultation gestellten Anforderungen nebst Erhebungsbögen zur Kostenprüfung Strom werden derzeit vielerorts geprüft und diskutiert. Auch wir nehmen die Gelegenheit zur Stellungnahme wahr, da wir insbesondere mit vielen operativen Fragestellungen und Problemen der Netzbetreiber be- und vertraut sind.

Um es vorweg zu nehmen: Die zur Konsultation gestellten Anforderungen nebst Erhebungsbögen beinhalten keine großartigen Überraschungen. Auch wenn die Beschlusskammer 8 einen eigenen Erhebungsbogen vorstellt, der sich an verschiedenen Stellen in der Struktur von dem Bogen der Beschlusskammer 9 unterscheidet und man sich die Frage stellt, warum zumindest die Struktur für Strom und Gas nicht gleich gehalten wird, wird das Ausfüllen des Erhebungsbogens Strom nicht mit mehr Aufwand als im Gas einhergehen. Nicht mit mehr – aber auch nicht mit weniger.


So fanden wir die interne Verknüpfung einiger Kosten- und Erlöspositionen im Erhebungsbogen Gas ganz charmant  und konnten der damit einhergehenden Prüffunktion etwas abgewinnen. Im Strom ist diese Verknüpfung bisher nicht vorgesehen. Dem gegenüber fragt die BK 8 auch wieder die geschlüsselten Kosten- und Erlöse als „Davon-Position“ ab. Diese Abfrage halten wir angesichts der Erläuterungen in den Tätigkeitenabschlüssen für entbehrlich.

Der Erkenntnisgewinn hieraus steht zudem in keinem Verhältnis zum Aufwand, der für solche Eintragungen fällig wird.
Für den Fall, dass der Netzbetreiber auf die vollständige Berücksichtigung seines Umlaufvermögens bei der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals besteht, kann auch im Strom wieder eine sog. Cash-Flow-Rechnung abgegeben werden. Ob der Nachweis über diese Datenmeldung sodann aber gelingt und ein höheres Umlaufvermögen als der übliche zwölfte Teil der Erlösobergrenze genehmigungsfähig wird, kann dennoch nicht garantiert werden. Im Übrigen sind wir gespannt und haben die Regulierungsbehörde darauf hingewiesen, dass die Bezugsgröße für den Ansatz eines pauschalen Umlaufvermögens bereits durch das OLG Schleswig („16 Kart 3/14“ vom 10.03.2016) definiert wurde. Insbesondere im Strom ergibt sich hieraus nochmals ein deutlicher Unterschied in der Verzinsung. Achten Sie bei Ihrer Kostenmeldung auf dieses kleine Detail!
Die erwarteten „Erläuterung der nach § 3 Abs 4 S. 2 MSbG ausgegliederten Kosten und Erlöse“ (sep. Tätigkeitenabschluss nach § 6b EnWG) sehen wir aktuell doch eher als überflüssig an, da die Werke hierzu noch gar keine aussagekräftigen Daten haben können. Dies gilt für die Bilanzpositionen des Unternehmens ebenfalls. Wir werden daher anregen, auf diese Abfrage zu vezichten.
Im Rahmen der verschiedenen, zurückliegenden Kostenprüfungsverfahren (2004, 2006, 2009, 2011) wurden der Bundesnetzagentur und den Landesregulierungsbehörden zudem bereits eine Vielzahl von Daten und dazugehörigen Erläuterungen übermittelt. Die erneute und teils wiederholte Erläuterung von bestimmten Positionen, Situationen, Geschäftsmodellen, Strukturen uvm. könnte den Werken erlassen werden. Wir gehen davon aus, dass für die Regulierungsbehörde ausschließlich Veränderungen der bisher bekannten und bestehenden Situation von Interesse sind. Jede Abkehr von Abfragen verzichtbarer Informationen und Daten hilft auf beiden Seiten, die Bearbeitung der Vorgänge noch effizienter zu gestalten.
Zur schnellen und effizienten Bearbeitung der Datenmeldung wir Ihnen auch dieses Mal wieder eine Kalkulationshilfe mit verschiedenen Auswertungsmöglichkeiten (Zeitreihenanalyse) zur Verfügung stellen, einschl. Einlese- sowie Auslesefunktion der Erhebungsbögen.


Bitte sprechen Sie uns an! Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihr Interesse!

 

 


Dateien:
Stellungnahme_BNetzA_KoPrü_Strom_3.RP_170306.pdf

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