BET erarbeite mit IAEW (RWTH Aachen University) Gutachten zur Versorgungssicherheit in Belgien

15.02.2017

BET und IAEW erstellen Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Fazit (Auszug aus dem Gutachten)
Die aufgezeigten Studien beschreiben, dass es bis zum Jahr 2022 im belgischen Energiemarkt keine Probleme bzgl. der Versorgungssicherheit gibt, wobei bis dahin kein Ausstieg aus der belgischen Kernkraftnutzung unterstellt ist. Untersuchungen zu den Auswirkungen einer längeren ungeplanten Nichtverfügbarkeit der belgischen Kernkraftwerksblöcke oder zum Ausstieg aus der Kernenergienutzung sind nicht Gegenstandder anderen Studien. Daher ist der grundsätzliche Fokus der Studien ein anderer als in dieser Untersuchung.

Ab 2023 kommt es in Folge der Stilllegung der ersten Kernkraftblöcke zu einem Defizit in Höhe von 500 MW, welches durch zusätzliche inländische Kapazitäten gedeckt werden muss. Die Situation verschärft sich zunehmend bis zu dem Jahr 2027. Bis dahin steigt der strukturelle Block auf ca. 4.000 MW an, wovon zu 1 .000 MW im Mittel 1 500 - 2000 Stunden und 1 .000 MW in 500 - 1 .000 Stunden aktiviert werden müssen. Die betrachteten Sensitivitäten weisen unterschiedliche Höhen des SB auf, sodass dieser auf bis zu 8.000 MW ansteigen kann.

Die Kernaussagen der Ergebnisse lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Trotz einer niedrigen Wahrscheinlichkeit von hohen Erzeugungsdefiziten haben diese eine eminente
    Wirkung auf die Versorgungssicherheit.
  • Die internationale Zusammenarbeit und Harmonisierung bei der Einführung von Kapazitätsmechanismen ist für den belgischen Energiemarkt von hoher Bedeutung
  • Es herrscht ein hoher Einfluss des ausländischen Erzeugungsparks auf den belgischen Energiemarkt, da
    die derzeitigen belg. Erzeugungseinheiten aufgrund von Ineffizienzen nur eingeschränkt mit den
    ausländischen Kraftwerken konkurrieren können .
  • Die Abhängigkeit Belgiens von ausländischen Importen, insbesondere nach dem Kernausstieg, ist
    von hoher Bedeutung.

Die Kernaussagen in den Studien zeichnen zum einen ein angespanntes Bild in der belgischen Stromversorgung. Zum anderen formulieren sie bereits auch mögliche Lösungen. Der ganz klare Fokus liegt dabei wohl auf der internationalen Kooperation, um den heimischen belgischen Stromerzeugungspark zu unterstützen. Somit sind sich die beiden zentralen belgischen Institutionen des mittelfristig anstehenden Wandels bewusst und setzen auf eine stärkere Kopplung der Gebotszonen.

 

[Link zur Studie]



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